Rezension zu »Die Frauen im gelben Haus«
Wie ich auf das E-Book aufmerksam wurde:
Als ich 2023 das erste Mal beim Young Storyteller Award von story.one und Thalia mitmachte, entdeckte ich das Buch »The Weird Girls Club« von Josephine Katharina Groß, mit dem die Autorin den Sonderpreis gewann. Seitdem folge ich ihr auf Instagram und meldete mich als sie Rezensent:innen für ihr neues Buch suchte. »Die Frauen im gelben Haus« klang einfach perfekt, denn ich liebe Sonnenblumen und starke Frauen.
Handlungsüberblick:
Mein E-Book-Eindruck:
Das Ebook ist einfach wunderschön und unfassbar liebevoll gestaltet. Die Autorin hat nicht nur das Cover selbst entworfen, sondern auch wundervolle Zeichnungen zu der Handlung und den Figuren, die von ihr in das E-Book eingebettet wurden. Dafür bewundere ich sie sehr. Es ist so toll, wenn Menschen nicht nur in einem Gebiet kreativ sind.
Ich liebte die »The Weird Girls Club«-Zeichnungen und auch, wenn der Zeichenstil in »Die Frauen im gelben Haus« ganz anders ist, liebe ich auch diese Zeichnungen. Ich finde es erstaunlich, wie vielseitig Josephine Katharina Groß ihre Zeichenkünste einsetzt, denn jeder der beiden Zeichenstile ist einzigartig und zum jeweiligen Buch passend. Einfach Wahnsinn!
Mein Leseeindruck:
Für das Buch wollte ich mir eigentlich genüsslich Zeit nehmen, aber weil ich es kaum aus der Hand legen konnte, hatte ich es trotzdem nach zwei Tagen ausgelesen. Die Seiten flogen nur so dahin. Der Buchanfang hat mich sogar so sehr gecatched, dass ich die ersten Sätze direkt meiner Partnerperson vorlesen musste. 😃
Wenn ich das Buch in einem Adjektiv beschreiben müsste, würde ich sagen: düstersüß. Es gibt genauso viele herzzerreißende Szenen wie Szenen voller Wärme, welche von Geheimnissen verwoben werden. Ich mag diesen Mix, der auf mich sehr aus dem Leben gegriffen und realistisch wirkt.
Mit jeder Seite, die ich las, verliebte ich mich noch mehr in das Setting: Das gelbe Haus in den Sonnenblumen, das so viel Hoffnung inmitten der Sumpflandschaft ausstrahlt. Genau solch ein Haus hätte ich auch gern. Und irgendwie empfand ich es als Sinnbild zur Handlung, wie das kleine Glück inmitten von den herzzerreißenden Szenen und Geheimnissen.
Starke Frauenfiguren in Büchern und Filmen finde ich immer toll. »Die Frauen im gelben Haus« begleitet Urgroßmutter, Großmutter und Enkelin, wobei ich mich mit allen dreien gleichgut identifizieren konnte: Amelie, die für ihre
Liebe kämpft, Belle, die für ihren großen Traum kämpft und Anna, die für
ein selbstbestimmtes Leben kämpft, denn all das sind auch Themen, für
die ich kämpfen würde. Es sind Themen, die viele von uns beschäftigen und daher sicher für viele Menschen relatable sind.
»Die Frauen im gelben Haus« setzt ein Zeichen für Feminismus und gegen Rassismus, welches auch in unseren Zeiten noch so dringend nötig ist. Auch, wenn die Autorin keine Person of Colour ist, ist es ihr in meinen Augen hervorragend gelungen, die Lebensrealitäten der Figuren auf einfühlsame Weise zu schildern.
Das Buch ist spannend bis zur letzten Seite. Ich hätte mir nur gewünscht, im Laufe der Erzählung noch mehr über die Mutter von Anna zu erfahren, aber verstehe auch, warum das erzähltechnisch nicht möglich war. Denn weder Anna noch Belle wussten mehr von ihr.
Mein Eindruck vom Schreibstil:
»Die Frauen im gelben Haus« ist druchgängig in der dritten Person geschrieben, aber es gibt mehrere Zeitebenen und Perspektiven. Sie zeigen nicht nur, wie sehr das Leben der Vorfahren das Leben ihrer Nachfahren beeinflussen kann, sondern sorgen auch für Abwechslung und Spannung und einen besseren Zugang zu den drei Frauen.
In den Kapiteln aus Amelies Sicht hat Josephine Katharina Groß zudem einige
französische Worte eingeflochten, welche diese Kapitel noch einmal
authentischer machten und mich als großer Französisch-Fan sehr
begeistert haben.
Mein Abschlussfazit:
»Die Frauen im gelben Haus« ist ein liebevoll gestaltetes düstersüßes Lesehighlight, das ein Zeichen für Feminismus und gegen Rassismus setzt.
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