GROSSSTADTHELDIN liest & schreibt

Pages

  • GROSSSTADTHELDIN
  • Meine Bücher
  • Rezis
  • Events
  • Lesejahr
  • Buchwünsche
Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Da ich am liebsten sapphic Lovestories lese, habe ich natürlich immer die Neuerscheinungen im Blick. Als ich gesehen habe, dass Josefine James für ihr neues Buch Rezensent*innen sucht, habe ich mich natürlich direkt beworben. Vielen Dank, dass ich »Things We Couldn't Keep« vorab lesen und rezensieren durfte! 🫶🏼

Handlungsüberblick:

»Things We Couldn't Keep« erzählt die Geschichte von drei eng miteinander verflochtenen Frauenschicksalen in einem Hollywood-Setting: Jordan möchte unbedingt in der Filmbranche Fuß fassen und die Assistentin der Oscar-prämierten Schauspielerin Olivia werden. Olivia versucht ihre makellose Fassade aufrechtzuerhalten, verliebt sich allerdings in Jordans Mutter Sloan, welche noch mit dem Verlust ihrer Frau zu kämpfen hat. Schon bald droht ein Geheimnis ans Licht zu kommen, das so gewaltig ist, dass es alles verändern kann...

Mein Buch-Eindruck:

Die Stimmung des Covers, die auf mich gleichzeitig cozy und glamourös wirkt, passt hervorragend zu der Geschichte von Olivia, Sloan und Jordan im Hollywood Setting. 
Mir gefällt, dass Olivia und Sloan darauf abgebildet sind, was dafür sorgt, dass die Zielgruppe die sapphic Lovestory leicht finden kann. Dennoch finde ich es etwas schade, dass Jordan, die ja wie Olivia und Sloan eine Protagonistin mit eigener ich-Erzählperspektive ist, und auch die Geschichte von anderen sapphic Geschichten abhebt, weder im Klappentext noch auch auf dem Cover auftaucht, auch, wenn ihr Fehlen natürlich den monogamen sapphic Vibe unterstreicht. Wäre sie mit auf dem Cover abgebildet worden, würde der Roman vermutlich eher wie eine Freundschafts- , Schwestern- oder Poly-Geschichte wirken, was er nicht ist. 

Etwas irritiert war ich darüber, dass die Seitenzahlen auf den Seiten, auf denen sich die Kapitelüberschriften befinden, fehlen. Das ist etwas störend, wenn man gern seinen Lesefortschritt trackt, meist zu Beginn eines Kapitels zu lesen aufhört und zusätzlich noch eine Dyskalkulie hat. 

Mein Lese-Eindruck:

Der Klappentext hatte mich etwas in die Irre geführt, sodass ich am Anfang nicht ganz wusste, wie Jordan in die Geschichte passte. Nach und nach wurde mir ihre Rolle, die eine komplett andere ist, als ich zunächst angenommen hatte, klarer und die Lektüre entwickelte sich für mich zu einem besonderen sapphischen Lesevergnügen mit drei Frauen im Mittelpunkt.

Auch, wenn nach der Enträtselung der Rolle von Jordan ein paar Dinge vorhersehbar wurden, war es für mich spannend, zu erfahren, wie es zu ihnen kommen würde. Ich fieberte mit allen drei Frauen gleichermaßen mit, jedoch berührte mich Sloans Geschichte am meisten, da ich selbst schon jemanden verloren habe, der mir sehr nahe stand. Insgesamt behandelt das Buch viele ernste Themen, weswegen die Lektüre sehr emotional und dramatisch ist. 

Super cool fand ich übrigens auch, dass alle drei Frauen queer waren und jede der drei einen ganz eigenen Umgang mit ihrer Queerness hatte, der sich durch ihre jeweiligen Erfahrungen erklären ließ. Dieser unterschiedliche Umgang wirkte auf mich als Teil der queeren Community sehr realistisch.  

Das Setting der Fotografie- und Schauspiel-Welt faszinierte mich zudem sehr. Josefine James erlaubt einen Blick hinter die Kulissen und zeigt dabei auch die Schattenseiten, was auf mich sehr realistisch wirkte und mich zum Nachdenken anregte. 

Obwohl ich schon viele sapphic Lovestories gelesen habe, kenne ich keine vergleichbare Geschichte. Ich finde es super, dass durch »Things We Couldn't Keep« auch kompliziertere Beziehungsgeflechte und ältere queere Frauen in Verbindung mit dem Thema Mutterschaft in der deutschsprachigen Literaturlandschaft repräsentiert werden, noch dazu in einem so besonderen Setting. 

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Die kurzen Kapitel sorgten bei mir dafür, dass ich nur so durch die Seiten flog. Innerhalb von wenigen Lesestunden hatte ich das Buch weggesnackt. 

Auch der Mix aus den drei Ich-Erzählperspektiven hat mir richtig gut gefallen. Er steigerte die Spannung und sorgte dafür, dass ich mich in alle drei Frauen gleichermaßen gut einfühlen konnte. Bisher habe ich noch nichts Vergleichbares im sapphic Bereich gelesen. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass sich der Erzählton der drei Frauen noch etwas mehr voneinander unterscheidet.

Mein Lieblingszitat:

Mein Lieblingszitat ist eines, das mich als eine Person, die ihren besten Freund an Knochenkrebs verloren hat, sehr gerührt und gleichzeitig getröstet hat:

"Ich kann mir deinen Schmerz kaum vorstellen. Aber dass jemand eine solche Lücke überhaupt hinterlassen konnte, ist etwas so Kostbares." 
(Josefine James: Things We Couldn't Keep, S. 58)

Mein Abschlussfazit:

»Things We Couldn't Keep« ist eine emotionale sapphic Lovestory im Hollywood-Setting, bei der Leser*innen mit drei statt mit zwei Figuren mitfiebern können. 📖🌈



  • 0 Comments

Wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin:

Als ich »Written into my heart« auf Vorablesen.de entdeckt habe, fühlte ich mich sofort von dem Cover und dem Titel angesprochen. Ich liebe Pink und Liebesgeschichten, die etwas mit der Welt der geschriebenen Worte zu tun haben. 

Handlungsüberblick:

Stella ist der Sonnenschein der Kleinstadt Sunset Cove und schreibt Horoskope für die Lokalzeitung. Rowan ist ihr mürrischer Kollege und schreibt eigentlich seriöse Artikel. Doch als Stella von ihrem Freund Bryan verlassen wird, stellt sich heraus, dass Rowan hinter der Leser*innenbrief-Kolumne Dr. Love steckt, welche Ratschläge in Beziehungsdingen gibt und Bryan zur Trennung geraten hat. Na, das soll er aber mal ganz schnell wieder geradebiegen! 

Mein Bucheindruck:

In echt ist das Cover genauso schön wie digital. Mir gefällt die Farbgestaltung und dass die beiden Hauptfiguren darauf abgebildet sind. Außerdem wird gleich deutlich, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt, die etwas mit der Welt der geschriebenen Worte zu tun hat. Besonders der Zeitungstitel »The New Love Times« amüsiert mich sehr. 

Der Farbschnitt auf dem einfach nur die beiden Namen stehen, wirkt auf mich jedoch etwas lieblos und wenig durchdacht, fast so, als wollte der Verlag um jeden Preis einen Farbschnitt realisieren. Ich hätte mir gewünscht, dass er etwas mehr die buchige Welt nach außen trägt oder dass bei fehlenden Ideen auf ihn verzichtet wird. 

Mein Leseeindruck:

Die Geschichte von Stella und Rowan war genau das amüsant-tiefgründige Lesevergnügen, das ich gerade neben dem Schreiben meiner Masterarbeit brauchte, um etwas zu entspannen. Beim Lesen habe ich viel gelacht und geschmunzelt. Stella ist einfach so witzig und auch der Schlagabtausch zwischen ihr und Rowan amüsiert mich total. Trotz des witzigen Erzähltons wurden aber auch ernste Themen behandelt, durch welche schon nach wenigen Seiten ein vielschichtiges Bild von Stella entsteht, was dazu führte, dass ich sie am liebsten in den Arm genommen hätte.

Am meisten hat mich die Charakterentwicklung an dem Buch beeindruckt. Sowohl die Entwicklung von Stella als auch die Entwicklung von Rowan wirkte auf mich natürlich, kleinschrittig und war für mich deshalb sehr nachvollziehbar und glaubhaft. An manchen Stellen war das Buch für mich zwar etwas vorhersehbar, dennoch habe ich Stella und Rowan gerne auf ihrem Weg begleitet. 

Als Fangirl von geschriebenen Worten mochte ich das Setting richtig gerne. Vor allem die Szenen, bei denen Stella und Rowan in der Zeitungsredaktion zusammenarbeiteten, sich um einen Annoncen-Kunden kümmerten oder über ihre jeweiligen Textformen miteinander kommunizierten, werden mir lange im Gedächtnis bleiben. Manchmal hätte ich mir allerdings noch mehr Einblicke in den Zeitungsredaktions-Alltag gewünscht. 

Besonders gut gefiel mir, dass es durch die lesbische Schwester von Stella auch queere Repräsentation in »Written into my heart«  gibt. Selbst wenn die Schwester nur eine Nebenfigur ist, freut sich mein queeres Herz sehr darüber! 🌈

Außerdem mochte ich, dass die Autorin beiden Hauptfiguren Freundschaften an die Seite gestellt hat. Die beste Freundin von Stella und der beste Freund von Rowan wirkten auf mich wie Freund*innen zum Pferdestehlen und es war einfach schön, von solchen tiefen freundschaftlichen Banden zu lesen. An mehreren Stellen im Buch hoffte ich, dass sie vielleicht das Couple für Band zwei sein könnten, was sich am Ende bestätigte. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung!

Mein Eindruck vom Schreibstil:

»Written into my heart« besitzt zwei Ich-Erzählperspektiven. Zu Beginn des Buches überwiegt Stellas Erzählperspektive, aber schon nach kurzer Zeit tritt die Erzählperspektive von Rowan hinzu. Die Tatsache, dass seine Erzählperspektive erst später einsetzt, sorgt am Anfang des Buches für Spannung. Sobald seine Erzählperspektive hinzukommt, entsteht von ihm aber ein genauso vielschichtiges Bild wie von Stella. 
Außerdem wirken die beiden Erzählperspektiven dadurch, dass Stella einen humorvollen und manchmal auch selbst-ironischen und Rowan einen eher ernsteren Erzählton hat, wirklich wie zwei unterschiedliche Stimmen. Das hat mir richtig gut gefallen!

Mein Abschlussfazit:

»Written into my heart« ist ein amüsant-tiefgründiges Lesevergnügen mit glaubwürdiger Charakterentwicklung in einem Zeitungsredaktions-Setting. 📰💕


  • 0 Comments

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Noch bevor ich in das Wreaders-Stammblogger*innen-Team aufgenommen wurde, haben mich das Cover und der Titel von »The(y) butterfly effect« angesprochen. Umso größer war dann meine Freude, dass ich bei der Blogtour dabei sein durfte. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar! 🫶🏼

Handlungsüberblick:

Die Kunststudentin Nice und die Rebellin M. finden durch ein Missgeschick auf einer Demo zueinander und lernen nach einem Date voller schlagfertiger Dialoge nicht nur einander, sondern auch sich selbst besser kennen. Doch der Alltag hat es ganz schön in sich und außerdem hat M. Angst, sich vor Nice als trans zu outen. 

Mein E-Book-Eindruck:

Der Titel mit dem eingeklammerten y, der auf die Begegnung von M. und Nice anspielt, die so viel bewirkt, ist einfach nur genial. Ich liebe solche Wort-Spielereien mit Klammern. Außerdem gefällt mir, dass Nice, Nices Katze, M. und M.'s Einhorn-Rucksack, der bei ihrer ersten Begegnung eine Rolle spielt, auf dem Cover abgebildet sind. So holt das Cover die wichtigsten Elemente des Buches nach außen. Trotzdem verrät das Cover nicht zu viel, denn dadurch, dass Nice und M. von hinten abgebildet sind, können sich Betrachtende ihre Gesichter selbst ausmalen.

Mein Leseeindruck:

»The(y) butterfly effect« habe ich innerhalb von wenigen Stunden mit dem größten Lesevergnügen ausgelesen. Ich fieberte bei Nice und M. bis zum Ende mit. Die beiden sind Figuren, die ich unheimlich gern in meinem Freundeskreis hätte. Ihre schlagfertigen Dialoge voller Wortwitz brachten mich oft zum Lachen und Schmunzeln. Außerdem inspirierten mich die Geduld und der Mut der beiden. Es tat gut, von einer Beziehung ganz ohne inneres Drama zu lesen. 

Außerdem gefielen mir die Kurzweiligkeit der Szenen in Verbindung mit der politisch-aktivistischen Dimension. Dabei stellt der Roman queere Lebenswelten authentisch dar, indem er wichtige Themen anspricht und auch ihre Schattenseiten zeigt, wie zum Beispiel die queerfeindliche Gewalt. In dieser Hinsicht ist »The(y) butterfly effect« ein Roman, in dem sich Queers wiederfinden können, und der gleichzeitig Menschen, die nicht queer sind, aufklären und bei ihnen hoffentlich Vorurteile abbauen und Akzeptanz für Queerness schaffen kann. Da vieles, das Queerness und die queere Community betrifft, in Dialogen erklärt wird, denke ich, dass der Roman auch für Menschen, die nicht queer sind, zugänglich ist.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Stef Helmel überzeugte mich mit einem klaren Schreibstil, der sich vor allem durch seine wortwitzig-schlagfertigen Dialoge auszeichnete, auf die ich mich das gesamte Buch hindurch freute und gespannt war. 

Der Schreibstil versprüht außerdem durch die Verwendung von Wörtern wie "Oida", "Herst" oder "Mahü" und einigen landestypischen Speisen Österreich-Flair. Mich haben die Worte fasziniert und zu Recherchen motiviert, wodurch ich mehr über Österreichs Kultur und Sprache gelernt habe. 

Bei der Erzählperspektive handelt es sich um eine allwissende Erzählinstanz, die mal mehr aus M.'s, mal mehr aus Nices Perspektive und manchmal sogar aus der Perspektive von Nices Katze erzählt. Auch wenn ich eigentlich lieber Romane mit zwei Ich-Perspektiven lese, gelang es mir, mit beiden Hauptfiguren gleichermaßen mitzufühlen. Besonders gefielen mir die Passagen aus der Sicht der Katze. Sie waren für mich eine super süße überraschende Abwechslung.

Mein Abschlussfazit:

»The(y) butterfly effect« ist ein Roman über queere Lebenswelten, der sich besonders durch seine schlagfertigen Dialoge voller Wortwitz in mein Herz geschrieben hat. 📖🌈




  • 0 Comments

Wie ich auf das E-Book aufmerksam wurde:

Ich mochte bisher viele Bücher der Autorin sehr, weswegen ich immer gespannt ihre Neuerscheinungen verfolge. Als ich »Laute Nächte« auf der Netgalley entdeckt und zum Rezensieren zur Verfügung gestellt bekommen habe, freute ich mich riesig. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar!

Handlungsüberblick:

Kennis Freundin starb bei einem Autounfall, bevor sie ihren Roadtrip nach Frankreich machen konnten. Auf der Suche nach einem Neuanfang zieht er in eine WG in Wien, in der er sich schnell zuhause fühlt.  Er träumt davon, Künstler zu werden und den geplanten Roadtrip für seine verstorbene Freundin nachzuholen. Ob ihm das gelingt? 

Mein E-Book-Eindruck:

Das E-Book-Cover von »Laute Nächte« passt durch sein Gemälde-Design zu den übrigen beiden bisher im Campa-Verlag erschienenen Büchern »Blaues Wunder« und »Die Lügen, die wir uns erzählen«. Es vermittelte bei mir zunächst den Eindruck, dass die Protagonistin eine Frau sein müsste und passte daher in meinen Augen anfangs gar nicht zu dem Buch. Erst nach etwa der Hälfte der Handlung verstand ich, warum auf dem Cover ein Gemälde einer Frau dargestellt ist und um wen es sich bei der Frau handelt. Somit ist es ein Cover, das erst nach und nach seine Geheimnisse enthüllt.

Mein Leseeindruck:

Zunächst fiel es mir ziemlich schwer, mich in den Protagonisten einzufühlen, einfach, weil es ein heterosexueller Cis-Mann ist und ich lieber und öfter Bücher aus weiblichen oder queeren Perspektiven lese. Dass der Depressive ausgerechnet ein Künstler mit langen Haaren ist, fand ich etwas zu klischeehaft. Es hätte auch mal ein anderer Schlag Mann sein können, um mit den gängigen Vorurteilen aufzuräumen, auch, wenn ich die Welt der Kunst sehr faszinierend finde. Nichtsdestotrotz behandelt das Buch natürlich ein wichtiges Thema und kann möglicherweise Betroffenen helfen, sich weniger allein zu fühlen. 

»Laute Nächte« ist keine einfache Lektüre. Durch den Roman zieht sich eine Schwere, die sich nur schwer aushalten lässt und die sich sehr schnell auf mich als Lesende übertrug, was dazu führte, dass ich das Buch einfach schnell beenden wollte und dabei immer hoffte, dass die Geschichte gut ausgehen würde. 

Trotz der doch recht großen Anzahl an Bewohner*innen der WG fiel es mir sehr leicht, die Figuren auseinanderzuhalten, weil sie so unterschiedlich waren. Ich war beeindruckt, wie es Anne Freytag mit nur wenigen Worten gelang, greifbare Figuren zu erschaffen und sie gegeneinander abzugrenzen. Die verschiedenen Zeitebenen wirkten hingegen auf mich manchmal etwas verwirrend. 

Roadtrips scheinen auf die Autorin eine besondere Faszination auszuüben, da sie neben diesem Roman bereits zwei Jugendbücher mit Roadtrips (»Mein bester letzter Sommer« und »Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte«) veröffentlicht hat. Dennoch bezweifle ich, dass Anne Freytag für »Laute Nächte« eine Recherchereise nach Frankreich unternommen hat. Von der Fahrt nach Frankreich hätte ich mir nämlich als großes Frankreich-Fangirl mehr Ortsbeschreibungen und Frankreichfeeling gewünscht. An manchen Stellen war der Roman für mich außerdem etwas zu vorhersehbar und ich vermisste den feministischen Aspekt, den ich von den übrigen Anne-Freytag-Büchern gewohnt bin. Hätte ich nicht gewusst, dass »Laute Nächte« eines ihrer Bücher ist, hätte ich das nicht vermutet. Auf der einen Seite spricht das natürlich für die Kreativität der Autorin, in Bezug auf das sich immer wieder neu zu erfinden, auf der anderen Seite hatte ich mir so sehr eine Lektüre ähnlich wie »Blaues Wunder« und »Die Lügen, die wir uns erzählen« gewünscht und war von dem Buch etwas enttäuscht. 

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Auch, wenn ich lieber poetischere Schreibstile lese, muss ich sagen, dass der etwas raue Schreibstil gut zu der männlichen Erzählstimme passte und sich flüssig las. Beim Lesen habe ich zumindest ein paar Lieblingsstellen markiert, so zum Beispiel die Formulierung "fast taub vor Herzschlag".

Mein Abschlussfazit:

»Laute Nächte« ist kein klassischer Anne-Freytag-Roman. 



  • 0 Comments

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

 »Cruel Noblesse - Melodie der Rache«  habe ich am Penguin-Stand auf der Leipziger Buchmesse entdeckt und bin sofort neugierig geworden. Ein sinnlich-düster-dramatisches Buch, das in Paris spielt? Das klang doch einfach perfekt für mich! Als ich es dann über das Bloggerportal zum Rezensieren bekam, habe ich mich total gefreut!

Handlungsüberblick:

Der Pariser Adel ist magiebegabt und Caspian de Morreau, der als Kind bei einem magischen Anschlag seine Familie verlor, will ihn vernichten. Wenn da doch nur nicht die schlagfertige Chansonsängerin Arianne wäre, die ihn so fasziniert...

Mein Bucheindruck:

Das Cover stimmt auf die edle und geheimnisvoll-düstere Atmosphäre des Buches und seinen Handlungschauplatz ein. Auf einer luxuriösen hellblauen Tapete hebt sich das  Pariser Sacré-Cœur ab, vor dem sich düsterer Rauch im Zusammenspiel mit dornigen Ranken, Rosenblüten und schwarzen Raben ausbreitet. Die erste  limitierte Auflage besitzt einen farbigen Buchschnitt, der die hellblaue Tapete weiterführt, und eine Charakterkarte auf deren Vorderseite Caspian und Arianne und auf deren Rückseite ein Zitat gedruckt sind, welche das Cover gut ergänzt. 

Mein Leseeindruck:

Da das Buch sehr gute Bewertungen aufweist, waren meine Erwartungen ziemlich hoch. Leider wurden sie aber enttäuscht. 

Die Idee mit den magischen Adligen in Paris war schön und hatte viel Potential, das aber in meinen Augen nicht ausgeschöpft wurde. An manchen Stellen ging mir die Handlung viel zu schnell, an anderen war sie mir zu langatmig und die Figuren blieben für mich ungreifbar, wodurch es mir schwerfiel, das Buch zu beenden. Darüber hinaus hätte ich mir mehr Bühnenszenen von Arianne und detailliertere Beschreibungen von Pariser Schauplätzen, edlen Gemächern oder Kleidern gewünscht, um den altertümlichen, adeligen Paris-Flair mehr zum Leben zu erwecken. 

Auch, dass das Buch mit den Worten "Sinnlich, düster, dramatisch" beworben wurde, passte für mich nur zu zu 66% Prozent. Als sinnlich empfand ich es nicht. Ich hätte mir sehr viel mehr Tension, aufgeladene Dialoge, Kussszenen und Sexszenen gewünscht. 

Darüber hinaus hatte ich mir auch einen altertümlicheren, poetischeren Schreibstil erhofft. 
In Bezug auf den Schreibstil erschienen mir auch manche Formulierungen seltsam. Am merkwürdigsten fand ich "Er schmälerte verärgert die Lider." (S. 28) Ich verstehe zwar, was die Autorin sagen möchte, bezweifle aber stark, dass das körperlich möglich ist. 

Leider wurde für mich auch deutlich, dass weder die Autorin, noch die lektorierende Person über Französisch-Kenntnisse verfügt, was bei dem Buch wirklich hilfreich gewesen wäre. Bereits der Titel ist grammatikalisch nicht korrekt. Im Französischen werden Adjektive eher hinter das Nomen gestellt, nur bei wenigen Adjektiven ist ein nach vorne stellen möglich. Bei dem verwendeten Adjektiv ist zwar eine Voranstellung möglich, allerdings hätte das Adjektiv an das Nomen angepasst werden müssen. Da "noblesse" feminin ist, hätte auch die feminine Form des Adjektivs verwendet werden müssen. Also "cruelle" anstatt "cruel". 

Zudem gab es im Buch einige Ungereimtheiten. So ist das Wort Palais im Deutschen sächlich und nicht männlich und das Wort "conseil" im Französischen männlich, weswegen es auch im Deutschen mit dem maskulinen Artikel versehen werden sollte. Beide Wörter tauchen im Buch sehr oft auf, was mich als Französischstudierende wirklich gestört hat. Auch würde in Frankreich kein Cabaret "La Chatte d'Or" heißen, da das Wort "chatte" wirklich sehr vulgär ist und für das weibliche Geschlechtsorgan verwendet wird. 

Wenn man ein Buch über Paris schreibt, sollten in meinen Augen genau solche Feinheiten stimmen, um nicht den Vibe zu zerstören. 

Mein Abschlussfazit:

Ein*e Lektor*in mit Französisch-Kenntnissen hätte »Cruel Noblesse - Melodie der Rache«  den Paris-Zauber bewahrt. 




  • 0 Comments
Ältere Posts Startseite

GROSSSTADTHELDIN


Buchbloggerin • Autorin • Model

Impressum

GROSSSTADTHELDIN.liest@web.de
________

Diese Bücher lese ich gerade:



Seite 31 // 243
Bisher mag ich die beste Freundinnen-Beziehung sehr gerne.





Seite 31 // 243
Catcht mich leider noch nicht so richtig.

instagram

Template Created By : ThemeXpose . All Rights Reserved.

Back to top