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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

 »Cruel Noblesse - Melodie der Rache«  habe ich am Penguin-Stand auf der Leipziger Buchmesse entdeckt und bin sofort neugierig geworden. Ein sinnlich-düster-dramatisches Buch, das in Paris spielt? Das klang doch einfach perfekt für mich! Als ich es dann über das Bloggerportal zum Rezensieren bekam, habe ich mich total gefreut!

Handlungsüberblick:

Der Pariser Adel ist magiebegabt und Caspian de Morreau, der als Kind bei einem magischen Anschlag seine Familie verlor, will ihn vernichten. Wenn da doch nur nicht die schlagfertige Chansonsängerin Arianne wäre, die ihn so fasziniert...

Mein Bucheindruck:

Das Cover stimmt auf die edle und geheimnisvoll-düstere Atmosphäre des Buches und seinen Handlungschauplatz ein. Auf einer luxuriösen hellblauen Tapete hebt sich das  Pariser Sacré-Cœur ab, vor dem sich düsterer Rauch im Zusammenspiel mit dornigen Ranken, Rosenblüten und schwarzen Raben ausbreitet. Die erste  limitierte Auflage besitzt einen farbigen Buchschnitt, der die hellblaue Tapete weiterführt, und eine Charakterkarte auf deren Vorderseite Caspian und Arianne und auf deren Rückseite ein Zitat gedruckt sind, welche das Cover gut ergänzt. 

Mein Leseeindruck:

Da das Buch sehr gute Bewertungen aufweist, waren meine Erwartungen ziemlich hoch. Leider wurden sie aber enttäuscht. 

Die Idee mit den magischen Adligen in Paris war schön und hatte viel Potential, das aber in meinen Augen nicht ausgeschöpft wurde. An manchen Stellen ging mir die Handlung viel zu schnell, an anderen war sie mir zu langatmig und die Figuren blieben für mich ungreifbar, wodurch es mir schwerfiel, das Buch zu beenden. Darüber hinaus hätte ich mir mehr Bühnenszenen von Arianne und detailliertere Beschreibungen von Pariser Schauplätzen, edlen Gemächern oder Kleidern gewünscht, um den altertümlichen, adeligen Paris-Flair mehr zum Leben zu erwecken. 

Auch, dass das Buch mit den Worten "Sinnlich, düster, dramatisch" beworben wurde, passte für mich nur zu zu 66% Prozent. Als sinnlich empfand ich es nicht. Ich hätte mir sehr viel mehr Tension, aufgeladene Dialoge, Kussszenen und Sexszenen gewünscht. 

Darüber hinaus hatte ich mir auch einen altertümlicheren, poetischeren Schreibstil erhofft. 
In Bezug auf den Schreibstil erschienen mir auch manche Formulierungen seltsam. Am merkwürdigsten fand ich "Er schmälerte verärgert die Lider." (S. 28) Ich verstehe zwar, was die Autorin sagen möchte, bezweifle aber stark, dass das körperlich möglich ist. 

Leider wurde für mich auch deutlich, dass weder die Autorin, noch die lektorierende Person über Französisch-Kenntnisse verfügt, was bei dem Buch wirklich hilfreich gewesen wäre. Bereits der Titel ist grammatikalisch nicht korrekt. Im Französischen werden Adjektive eher hinter das Nomen gestellt, nur bei wenigen Adjektiven ist ein nach vorne stellen möglich. Bei dem verwendeten Adjektiv ist zwar eine Voranstellung möglich, allerdings hätte das Adjektiv an das Nomen angepasst werden müssen. Da "noblesse" feminin ist, hätte auch die feminine Form des Adjektivs verwendet werden müssen. Also "cruelle" anstatt "cruel". 

Zudem gab es im Buch einige Ungereimtheiten. So ist das Wort Palais im Deutschen sächlich und nicht männlich und das Wort "conseil" im Französischen männlich, weswegen es auch im Deutschen mit dem maskulinen Artikel versehen werden sollte. Beide Wörter tauchen im Buch sehr oft auf, was mich als Französischstudierende wirklich gestört hat. Auch würde in Frankreich kein Cabaret "La Chatte d'Or" heißen, da das Wort "chatte" wirklich sehr vulgär ist und für das weibliche Geschlechtsorgan verwendet wird. 

Wenn man ein Buch über Paris schreibt, sollten in meinen Augen genau solche Feinheiten stimmen, um nicht den Vibe zu zerstören. 

Mein Abschlussfazit:

Ein*e Lektor*in mit Französisch-Kenntnissen hätte »Cruel Noblesse - Melodie der Rache«  den Paris-Zauber bewahrt. 




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Am 12.04.2026 war ich im Schloss Paretz zu der Expertinnenführung »Die Bibliothek der Königin Luise« von der Bibliothekarin Sabine Hahn. Ich konnte noch eine der letzten verfügbaren Karten für die ausgebuchte Veranstaltung bekommen. 

Letztlich war es keine richtige Führung durch die Bibliothek, wie der Titel der Veranstaltung vermuten ließ, sondern viel mehr ein interessanter Vortrag verknüpft mit der Präsentation von einzelnen Büchern aus dem Besitz der Königin Luise.

Zunächst erzählte Sabine Hahn etwas zu den Orten, an denen Luise ihre Bücher aufbewahrt hatte. Der erste davon war das Kronprinzenpalais, in dem Luise und ihr Mann wohnten und sich einen Bibliotheksraum teilten. Ob sie in ihm die Bücher auseinandergehalten haben, weiß man heute nicht mehr. Aber auch im Potsdamer Stadtschloss gab es in der Luisenwohnung im rechten Seitenflügel im ersten Stock ein Schreibzimmer mit zwei Bücherschränken. Dieses Schreibzimmer war auf einem der Ausdrucke zu sehen, den die Bibliothekarin bei ihrem Vortrag herumgab. 
↓


Anschließend schilderte Sabine Hahn, was mit Luises privaten Büchern nach ihrem Tod geschah. Da dieser Bücherbesitz nicht staatlich war, konnte er an Luises Nachfahren vererbt werden, wodurch nur wenig erhalten geblieben ist. In diesem Zusammenhang erklärte die Bibliothekarin, dass die Schlossbibliothek im Stadtschloss Berlin einige von Luises Büchern aufbewahrte, im Krieg aber viele Bücher vernichtet und beschlagnahmt wurden. So gingen alle beschlagnahmte Bibliotheken nach Moskau und wurden dort wahllos im Land verteilt. In großen russischen Städten wurden sie zwar aufbewahrt, aber in vielen kleineren Städten vergammelten sie laut Sabine Hahn in Scheunen. Nur von wenigen kennt man den heutigen Aufenthaltsort.

Die Bücher, die erhalten sind, haben überlebt, weil sie nicht im Berliner Stadtschloss untergebracht waren. Sie wurden in einem Bunker im Wildpark Potsdam ausgelagert und dann nach Thüringen gebracht. Dort wurden sie in einem Salzstock eines Salzbergwerks aufbewahrt, wo sie von den Amerikanern bei der Besetzung im Krieg gefunden wurden. Diese Bücher gelangten dann nach Charlottenburg (Westberlin) und dann zur Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten. Heute stehen 400 der erhaltenen Bücher im Schloss Paretz, Luise wird aber weitaus mehr Bücher besessen haben. Vermutlich gingen auch Bücher bei ihrer Flucht verloren. Zumindest weiß man aus Briefen, dass die Königen viel in Königsberg und Memel gelesen hat. 

Besonders spannend fand ich die Hintergründe zum damaligen Literaturbetrieb, die Sabine Hahn in ihrem Vortrag schilderte. 
Die allgemeine Schulpflicht war noch nicht eingeführt, weswegen nicht viele Menschen lesen konnten. Bücher wurden nicht beschnitten und nicht gebunden verkauft. Jede Person ließ ihr gekauftes Buch in einer Buchbinderei individuell beschneiden und binden. Da Bücher und Zeitschriften-Abonnements teuer waren, gab es viele Lesegesellschaften, die sich die Exemplare teilten. Zu Lebzeiten von Luise waren gefühlvolle Geschichten, Briefromane und Gruselgeschichten in Mode, außerdem kam es zum Ende des 18. Jahrhunderts zu einem Anstieg von Modezeitschriften. Davor war Mode mit kleinen Modepuppen aus Wachs bekannt gemacht worden, die in die Städte zur Ausstellung geschickt wurden. Dies war jedoch aufwendig und teuer. Durch die Französische Revolution änderte sich die Mode radikal und wurde schnelllebiger. Die ersten Modezeitschriften gab es in England, dann in Frankreich und um die Jahrhundertwende schließlich in Deutschland, wobei die Hefte mit dem Argument, dass sich die Mode schnell änderte, immer klein gehalten wurden. 

Aufzeichnungen von Luises Bibliothekar aus dem Jahre 1928 überliefern, dass sich Luises Lektürewahl von leichter Unterhaltungslektüre, über gehaltvoller Lektüre, zu deutschen Klassikern bis hin zu ernster sie bildender geschichtlichen Werke steigerte und die Ehegatten oder der Hofmarschall vorlas, wenn die Damen Handarbeit machten. Außerdem ist bekannt, dass Luise morgens gern lange im Bett geblieben ist, wobei sie auch gelesen hat. Sabina Hahn gab aber zu bedenken, dass Luise durch ihre Verpflichtungen, ihre kurze Lebenszeit und die vielen Schwangerschaften vielleicht auch nicht allzu viel Zeit zum Lesen gehabt haben könnte. 

Bei Hofe war die Umgangssprache Französisch, wodurch auch viel auf Französisch gelesen wurde. Luise habe aber auch deutsche Literatur gelesen, allerdings sind die deutschen Bücher genau der Teil der Luise-Bücher, die heute nicht mehr erhalten sind. Luise kannte Goethe, Schiller, Wieland und Herder. Nach Aussagen von Frau Hahn lag ihr Goethe allerdings nicht. Sie mochte Schiller mehr und hat ihn auch zum Frühstück eingeladen. Das Königspaar versuchte auch, den Schriftsteller mit einem Engagement nach Berlin zu locken, was allerdings nicht klappte. Dennoch geht aus Aufzeichnungen Schillers hervor, dass sich die Kinder gut verstanden und sie nette Stunden zusammen verbrachten. 

Sabine Hahn merkte an, dass Luise keinerlei Stempel in ihren Büchern hatte und antwortete auf meine Nachfrage zu anderen Funden in ihren Büchern, dass auch keine Lesezeichen, Randbemerkungen oder Unterstreichungen gefunden wurden. Nur eines der Bücher trage ihren Namen in ihrer Handschrift. Dieses Buch hatte die Bibliothekarin aber nicht dabei.

Unter den gezeigten Zeitschriften aus Luises Besitz befanden sich folgende:

  • Berlinische Monatsschrift
    → alles was in Berlin politisch und gesellschaftlich los war
  • Geschichte und Politik
  • Lesekabinett
  • Archive littéraire de l‘Europe
    → Darin waren kurze Texte oder Zusammenfassungen von Neuerscheinungen enthalten. Ansonsten erhielt man übrigens privat Literaturempfehlungen oder durch Literaturagenten, wie zum Beispiel durch den Baron von Grimm, der den gesamten Adel mit Literaturlisten versorgte. 
  • Volksfreund
  • Journal für deutsche Frauen von deutschen Frauen geschrieben, was allerdings von Männern herausgegeben wurde
  • Irene - eine Zeitschrift für Deutschlands Töchter 
  • Journal des Luxus und der Moden
    →  weit verbreitet: Auflagen bis zu 2000 Stück pro Heft
  • Leipziger Modemagazin mit Stoffproben neuer Stoffe zum Anfassen
    →  Luise war sehr modebewusst

Und unter den gezeigten Büchern aus Luises Besitz befanden sich folgende:

  • Der erste Band von Gullivers Reisen mit einem einfachen Einband aus papierbezogener Pappe und nur einem Rücken aus Leder auf Französisch, das laut Sabine Hahn heute als Kinderbuch gilt, damals allerdings als Abenteuerbuch für Erwachsene
  • Deutsche Sprachlehre für den Selbstunterricht mit Goldschnitt, Marmorpapier und goldenen Zierden
  • Handbuch der englischen Sprache und Literatur in verziertes Leder gebunden, mit ungewöhnlichem schwarzen Marmorpapier und Goldschnitt
    → Luise lernte Englisch
  • ein eher ungewöhnliches Buch von 1801 mit dem sehr langen Titel
    Ueber den verderblichen Misswachs oder die unfruchtbare Abartung unter denen seit langen Zeiten her bekannten Speisekartoffeln; dessen Ursachen, Vertilgung dieses Uebels, und Maassregeln zur Verhütung der Wiederkehr desselben - ingleichen wie man den Kartoffelbau im Grossen äusserst vortheilhaft ohne viele Arbeit und Kosten selbst ohne Nachtheil des Getraidebaues betreiben könne nach vieljährigen eigenen Erfahrungen von dem Prediger Stockmar.
  • Ein Buch über die Holzverteilung an arme Leute 
  • Ein Buch über die Schändlichkeit der Angeberei
  • Ein Buch über Sittenlehre und Klugheitsregeln
  • Die mehrbändige Reihe Les femmes dans l’ordre social
  • Ein Buch über das Selbststillen
    → Luise war die erste Königin, die selbst stillte und verbrachte viel Zeit mit ihren Kindern. Sie und ihr Mann waren auch das erste Königspaar mit einem gemeinsamen Schlafzimmer und das erste Königspaar, das sich gegenseitig geduzt hat.
  • Ein Buch über Kindererziehung 
  • Bilderbuch für Kinder von Friedrich Justin Bertuch
    → Luise hat auch mit den Kindern gelesen
  • Väterlicher Rat für meine Tochter von Joachim Heinrich Campe
    Campe war der Erzieher von den Brüdern Humboldt, Theologe der Aufklärung und später auch Verleger. Er folgte Rousseau in Hinblick auf den Unterschied der Geschlechter. Campes Tochter war zur Zeit der Veröffentlichung seines Buches 14 Jahre als und stand kurz vor ihrer Verheiratung. Mit seinem Buch hat er ihr Ratschläge mitgegeben. Das Buch gilt als Bestseller der Aufklärung. Bis 1832 gab es 10 Auflagen im Inland und auch welche im Ausland. Wobei die Leserschaft aus ungewöhnlich vielen Frauen aus dem Bürgertum, aber auch dem Adel bestand, was Subskriptionslisten (also Vorbestelllisten) beweisen, auf denen Prinzessinnen standen.
  • Das Taschenbuch für Freundinnen des Tanzes
    → mit Goldschnitt und Marmorpapier, sehr abgenutzt
    → besaß hinten Tanzanleitung mit Schrittfolgen zum Ausklappen
Das prächtigste Buch aus Luises Besitz, das erhalten ist, zeigte Sabine Hahn ganz zum Schluss. Es handelte sich um ein Huldigungsgedicht an die Königin von 1803. Es besitzt einen Einband aus hellblauer Seide mit Goldborte, rosafarbenes seidenbezogenes Vorsatzpapier und ist auf Seide gedruckt. Es handelt sich um ein außergewöhnliches Geschenk des Bürgertums an die Königin, also eine große Ehrerbietung und kein handelsübliches Buch. Natürlich musste ich dieses Schmuckstück fotografisch festhalten! ↓


Auch wenn ich durch den Titel der Veranstaltung eigentlich eine Bibliotheksführung erwartet hatte, habe ich den Vortrag sehr genossen. Ich habe schon viele Bücher über Luise gelesen und durch den Vortrag trotzdem Neues gelernt. Außerdem war es natürlich etwas ganz Besonderes, die Bücher, die Luise in ihren Händen gehalten hat, anschauen zu dürfen. Das Einzige, das ich vermisst habe, war eine offene Fragerunde zum Ende der Veranstaltung, da ich schon vor der Veranstaltung Fragen gehabt hatte, ich mir aber auch während der Veranstaltung durch den spannenden Input neue stellte. Das Fehlen der Fragerunde führte dazu, dass einige von uns am Ende der Veranstaltung zu Sabine Hahns Tisch stürzten und sie mit Fragen bestürmten. Das führte zu mehreren Einzelgesprächen, aber ich hätte auch gern die Fragen der anderen und die Antworten gehört. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass es für die Bibliothekarin auch angenehmer gewesen wäre, wenn wir auf unseren Stühlen sitzen geblieben wären und auf geordnetere Weise per Handzeichen unsere Fragen gestellt hätten. In diesem Zusammenhang hätte die Veranstaltung gern eine halbe Stunde länger gehen können, um eine Fragerunde zu gewährleisten. 

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Wie ich auf das E-Book aufmerksam wurde:

Ich verfolge Yvonne Merschmanns Instagram-Konto schon länger und durfte bereits zwei ihrer Fantasy-Bücher rezensieren. Auf das wlw-Hollywood-Buch von ihr war ich nun ganz besonders gespannt und vorfreudig! 📖✨

Handlungsüberblick:

Meryl ist Schauspielerin und träumt davon, endlich einen Oscar zu gewinnen, um mehr zu sein als nur die Tochter ihrer berühmten Mutter. Damit ihre Chancen auf den renommierten Preis steigen, muss sie während der Award Season eine längerfristige Zusammenarbeit mit dem Klatschmagazin »Daily Gossip«  eingehen. Doch so sehr Meryl die junge Journalistin Grace hassen möchte, ihre Gefühle sagen bald etwas ganz anderes...

Mein E-Book-Eindruck:

Wer mir länger folgt, weiß es: Ich liebe Rosa und Pink, daher hatte »Where our Dreams end« natürlich direkt meine Aufmerksamkeit. Etwas schade finde ich, dass auf dem Cover nicht die beiden Frauen zusammen abgebildet sind, weil das in meinen Augen Menschen, die auf der Suche nach sapphic Geschichten sind, das Finden von Yvonnes Buch einfacher machen würde. Dennoch passt das Cover sehr gut zur Geschichte. Durch die funkelnden Lichter, die darauf abgebildet sind, verströmt das Buch richtigen Oscar-Glamour. Und es gibt ja immerhin eine Charakterkarte, die meinen Wunsch, das sapphic Hollywood-Paar zu sehen, erfüllt! 

Innen ist das E-Book liebevoll designt und wirkt gut durchdacht. So hat die Autorin neben einem Countdown zu den Oscars Zeitungsartikel und Social Media-Postings mit Bildern eingebaut. Außerdem gibt es zu den Protagonisinnen passende Kapitelzierden: Ein Zeitungsbündel für Grace und eine Oscar-Statue für Meryl. 

Mein Leseeindruck:

Oft habe ich das Gefühl, dass sapphic Lovestories immer dieselben Dinge in ähnlichen Settings verhandeln, aber das war hier überhaupt nicht der Fall. Ich fand es toll, endlich mal nicht mehr von der ersten Liebe und Coming-Out-Erfahrungen zu lesen, sondern über zwei Frauen, die sich ihrer sexuellen Orientierung bereits sicher sind, noch dazu in einem so besonderen Setting.

Mit seinen Blitzlichtgewittern und roten Teppichen übt Hollywood eine große Faszination aus. Diese Romance erlaubt einen Blick hinter die Kulissen, der zeigt, dass nicht alles so glänzend ist wie es von außen scheint, und zum Nachdenken anregt. Auf mich wirkte das Buch in dieser Hinsicht sehr gut recherchiert. 

Mit Grace und Meryl hat Yvonne Merschmann ein echtes Power-Couple erschaffen. Ich kann gar nicht sagen, welche der Frauen ich lieber mochte. Beide hatten Facetten, in denen ich mich wiedergefunden habe. Besonders gut gefallen hat mir, wie einfühlsam und unterstützend Meryl und Grace miteinander umgehen. Beide auf dem Weg zueinander, aber auch gleichzeitig jede bei ihrer eigenen persönlichen und beruflichen Entwicklung zu begleiten, war wunderschön. Vor allem, weil sie sich dabei gegenseitig inspirierten und motivierten. 

Als Bi-Girly war ich außerdem begeistert davon, dass es auch bisexuelle Repräsentation in »Where our Dreams end« gab. Ich kann es nur nochmal betonen: Repräsentation ist so wichtig! 

Die Handlung blieb für mich bis zum Ende spannend und hielt auch manche Überraschung bereit. Ich fieberte bis zur letzten Seite mit Meryl und Grace mit. Ein paar Stellen haben mich auch begeistert giggeln lassen, weil ich sie als so typisch für die sapphic-Community empfand und es super toll war, meine Lebensrealität in der Geschichte wiederzufinden. So gibt es zum Beispiel Kontakt mit der Ex, der ja doch sehr sapphic ist.

In »Where our Dreams end« finden sich aber auch ernste Themen, wie chronische Erkrankungen und den immensen Druck, der auf Schauspieler*innen lastet. Besonders gefreut habe ich mich, dass Yvonne Merschmann das erste Thema in ihrem Buch behandelt hat, weil ich selbst an zwei chronischen Erkrankungen leide. Bei einer davon war es so schwer, überhaupt eine Diagnose zu erhalten, weswegen ich die Erfahrungen, die im Buch beschrieben wurden, beim Lesen als sehr realistisch empfand. Es ist so wichtig, dass das Thema der chronischen Erkrankungen auch Eingang in die Literatur findet und mehr Awareness für sie geschaffen wird!

Lieblingszitat:

Mein absolutes Lieblingszitat ist dieses hier:
"Lass die Anerkennung von außen nicht deine Liebe zu Geschichten auffressen."
(»Where our Dreams end«, Kapitel 49)

Als selbst schreibende Person, hat mich das besonders tief bewegt. Denn ja, manchmal nagt die Anerkennung von außen an mir, und ich dachte nur: Oh, wow, ja! Ganz genau!

Mein Eindruck vom Schreibstil:

In »Where our Dreams end« gibt es zwei Ich-Perspektiven, eine aus der Sicht von Meryl und eine aus der Sicht von Grace, wodurch ich mich hervorragend in beide Protagonistinnen hineinversetzen konnte und die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite spannend blieb. Darüber hinaus hat Yvonne Merschmann aber auch Zeitungsartikel und Social Media-Postings eingebaut - sogar mit Bildern! Das fand ich einfach großartig, denn sie haben mich noch tiefer in die Geschichte eintauchen lassen.

Wie eingangs erwähnt, hatte ich von Yvonne bisher nur Fantasy gelesen. Nach der Lektüre von »Where our Dreams end« bin ich sehr beeindruckt davon, wie es Yvonne gelingt, sich jedes Genre zu eigen zu machen. Der mixed-media Schreibstil hat in meinen Augen wirklich gar nichts fantasylastiges an sich und passt einfach perfekt in das New Adult Hollywood. So eine tolle Umsetzung!

Mein Abschlussfazit:

»Where our Dreams end« - eine empowernde sapphic Lovestory im Hollywood-Blitzlichtgewitter. 📖🌈✨


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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Ich bin eigentlich nicht so die Krimi-Mausi, aber Katie Kento hat es mir seit ihrem Debüt »Hotel Ambrosia« total angetan, deswegen habe ich mich für einen Platz in der Lesejury-Leserunde zu ihrem neuen Buch beworben und mich riesig gefreut, als es geklappt hat. Vielen Dank, liebe Lesejury, für das Rezensionsexemplar von »Missing Page - Tödliche Worte« und den Austausch! 

Handlungsüberblick:

Stell dir vor, du möchtest Autorin werden und darfst an einem Workshop eines Bestsellers in einem alten Herrenhaus in Schottland teilnehmen. Doch sobald du dort bist, stellst du fest, dass es um noch viel mehr geht: Der Schriftsteller will dem größten Nachwuchstalent sein Vermögen vermachen. Und bald geschehen Dinge, die mehr als beängstigend sind...

Mein Bucheindruck:

Das Cover stimmt hervorragend auf die Geschichte ein und ich mag total, dass es die Farben von »Hotel Ambrosia« aufgreift. Man sieht direkt, dass beide Bücher von der gleichen Autorin sind. 💚🩷

Die Limited-Edition hält außerdem einige Überraschungen bereit. So gibt es im Buch neben dem gezeichneten Lageplan, Tonis Bewerbungsanschreiben, den Ausschnitten aus den Schreibprojekten der Workshopteilnehmenden und den Einblicken in einen Podcast, ein von Katie Kento selbst gestaltetes Page-Overlay mit Hinweisen, und auf dem Buchcover ein Fenster, das man aufklappen kann. Dadurch wird das Buch zu einem einzigartigen Erlebnis! 😍

Mein Leseeindruck: 

Auch wenn ich mir, wie die Workshop-Teilnehmer:innen sicher auch, einen gemütlicheren Ort für den Workshop gewünscht hätte, ist das verfallene Anwesen mit dem Giftgarten natürlich das perfekte Setting für einen Krimi. Dort lauern jedenfalls die einen oder anderen Gefahren...🏰🍄

Die Jugendlichen, die eigentlich nur an einem Schreib-Workshop teilnehmen wollten, und es dann mit einem Verbrechen zu tun haben, taten mir beim Lesen richtig leid.
Zu Beginn des Buches konnte ich mich stark mit Toni identifizieren, weil ich auch gern schreibe und unbedingt an einem Schreibworkshop mit einem Bestseller-Autor teilnehmen würde, doch im Verlaufe des Buches wurde sie mir unsympathischer. Einige ihrer Handlungen entsprechen überhaupt nicht meinem Wertesystem. Außerdem wusste ich bis zum Ende des Buches nicht, ob ich ihr vertrauen kann, weil sie eine unzuverlässige Erzählerin ist. 🙈😨
Am sympathischsten war mir George. Jemand, der es schafft, einen um sich schnappenden Hund zu seinem Freund zu machen und die Strickpullover seiner Mutter trägt, kann doch nur eine liebe Seele sein! Die übrigen Workshop-Teilnehmer:innen und den Schriftsteller konnte ich bis zum Ende nicht so gut einschätzen, aber ich denke, dass das auch von der Autorin so gewollt ist, um die Spannung aufrecht zu erhalten.

Das Gefühl des Ausgeliefert-Seins übertrug sich im Laufe der Geschichte von der Erzählerin auf mich und ich sehnte mich so nach einem Happy End. In diesem Zusammenhang hätte ich mir gewünscht, dass die Liebesbeziehung als Ausgleich für all die Bedrohlichkeit noch stärker von der Autorin herausgearbeitet worden wäre. Aber ich lese auch, wie eingangs schon geschrieben, nicht so oft Krimis und viel lieber Romance.

Bis zum Ende habe ich super viel mitgerätselt, aber meine Theorien immer wieder verworfen und nicht durchschaut, wie alles zusammenhing. Mich hat sehr beeindruckt, wie die Handlungen der einzelnen Figuren miteinander verwoben waren. Auf welche Weise die Aufklärung gelang, hat mein Schriftstellerinnenherz sehr gefreut!

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Mir gefiel, dass sich Katie Kentos Schreibstil in so unterschiedlichen Textarten mit so verschiedenen Stimmen präsentierte. »Missing Page - Tödliche Worte« ist zwar größtenteils eine Ich-Erzählung aus Tonis Perspektive, doch durch das Einflechten von Tonis Bewerbungsanschreiben, von Einblicken in die jeweilige Schreibprojekte der Workshop-Teilnehmenden und von Ausschnitten eines Podcast wird die Ich-Erzählung aufgelockert und die Handlung spannend gehalten. 

Der Schreibstil der Ich-Perspektive liest sich wie auch schon in »Hotel Ambrosia« super leicht. Neben der Spannung, die die Autorin mit ihren Worten aufbaut, mag ich ganz besonders den Humor, der sich in ihren Zeilen versteckt. Manche Szenen brachten mich total zum Schmunzeln. ☺️
Das, was die Erzählperspektive besonders macht, ist, dass es sich bei Toni nicht um eine zuverlässige Erzählerin handelt. Bis zum Ende wusste ich als Leserin nicht, ob ich ihr vertrauen kann und das Gefühl des Ausgeliefert-Seins übertrug sich von ihr auf mich. Auch, wenn mir die Erzählerin dadurch unsympathisch wurde, macht das natürlich einen großen Teil der Spannung aus. 

Mein Abschlussfazit:

»Missing Page - Tödliche Worte« ist ein einzigartiges YA-Krimi-Erlebnis! 📖🔪




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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Ich habe »The Pumpkin Spice Latte Disaster«  geliebt und war einfach super gespannt auf »The Iced Caramel Coffee Agreement«. Danke an vorablesen.de für das Rezensionsexemplar und das frühlingshafte Wiedersehen mit dem Städtchen Lower Whilby! 🩷💛

Handlungsüberblick:

Seitdem Nore den Rockmusiker Dex als Jugendliche im Backstage beim Springtide-Festival in Lower Whilby kennengelernt hat, schwärmt sie für ihn. Nun ist er zurück in ihrer Heimatstadt - verbittert und kreativlos. Trotzdem geht Nore auf sein Angebot ein, ihr zu zeigen, wie man mutiger lebt, bis das Angebot sowohl ihre als auch seine Welt aus den Angeln hebt...

Mein Bucheindruck: 

Das Buchcover versprüht mit seinem Farbverlauf von Rosa zu Gelb so tollen Frühlingsvibe und passt vom Design perfekt zum ersten Band der Reihe. »The Iced Caramel Coffee Agreement«  sieht aus wie ein Buch, dass man unbedingt in der Frühlingssonne auf einer Decke im Park lesen muss! 🌸🧺📖
Allerdings finde ich es etwas schade, dass die Haarlänge der auf dem Cover abgebildeten männlichen Person nicht der Beschreibung im Buch entspricht.😢

Mein Leseeindruck:

Ich liebe das Kleinstadt-Setting. Nach Lower Whilby zurückzukehren und zwei weitere Figuren aus der Kleinstadt kennenzulernen, war für mich super schön. Eleanore, die zu Beginn der Handlung in diesem genderfluiden Bienenkostüm stecken muss, und Dex, der sich scheinbar noch nicht so ganz gefunden zu haben scheint, weckten auf den ersten Seiten erstmal mein Mitleid, brachten mich aber auch zum Schmunzeln. Und wie es für Kyra Groh typisch ist, gab es im Verlauf der Handlung noch viel Charakterentwicklung und ein wohlverdientes Happy End. Ich habe Dex und Nore super gern auf ihrem Weg dorthin begleitet. 🩷💛

In der Wohlfühllektüre hat Kyra Groh auch wichtige Themen verpackt, wie zum Beispiel die Frage nach Nature and Nurture, die besonders Dex beschäftigt, oder auch gesellschaftliche Normen, unter denen vor allem Nore leidet. Mir gefällt, dass die Protagonistin nicht dem gesellschaftlich anerkannten Schönheitsideal entspricht und auf Dex trotzdem begehrenswert wirkt. Auch, wenn nicht genau beschrieben wird, welche Kleidergröße sie trägt und wie groß sie ist, wird deutlich, dass sie sich selbst als nicht der Norm entsprechend empfindet. Das Buch kritisiert diese Ideale, indem es zeigt, wie sehr sie das Selbstbild von Menschen beeinflussen können. 

Ich mochte die Szenen, die etwas mit dem Springtide-Festival und Konzerten zu tun hatten am meisten. Das erste gemeinsame Konzert von Dex und Nore wird mir besonders in Erinnerung bleiben. Da ich selbst früher viel auf Rockfestivals und -konzerte gegangen bin, war das Rock-Musik und -Festival-Thema perfekt für mich. Ich habe es sehr genossen, dass das Thema in ein Romance-Buch eingeflochten wurde. Es fühlte sich so an, als würden zwei meiner Leidenschaften miteinander vereint. In diesem Zusammenhang fand ich auch die Playlist toll, auf der ich Bands entdeckte, die ich selbst höre, was mir bisher bei anderen Büchern des Genres noch nie passiert ist. Allerdings hätte ich gern bei der Lektüre noch mehr zum Springtide-Festival und vor allem zur Organisation, für die ja immerhin Nore zuständig ist, erfahren. 

Mein Eindruck vom Schreibstil:

»The Iced Caramel Coffee Agreement« ist aus zwei Erzählperspektiven geschrieben, weswegen das Buch durchgehend spannend bleibt und die Figuren mir gleichermaßen ans Herz wachsen konnten.

Der Schreibstil von Kyra Groh las sich so gemütlich-locker wie auch schon im ersten Band, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Besonders gelungen fand ich wieder die schlagfertigen Dialoge, deren Kreativität mir unfassbar viel Spaß macht. Besonders mochte ich die Dialoge zwischen ihr und ihren besten Freundinnen und natürlich zwischen ihr und Dex. 

Mein Abschlussfazit:

Die perfekte Frühlings-Picknick-Lektüre 2026! 🌸🧺📖


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Seite 72 // 308
Bisher sehr spannend!

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