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Wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin:

Als ich »Written into my heart« auf Vorablesen.de entdeckt habe, fühlte ich mich sofort von dem Cover und dem Titel angesprochen. Ich liebe Pink und Liebesgeschichten, die etwas mit der Welt der geschriebenen Worte zu tun haben. 

Handlungsüberblick:

Stella ist der Sonnenschein der Kleinstadt Sunset Cove und schreibt Horoskope für die Lokalzeitung. Rowan ist ihr mürrischer Kollege und schreibt eigentlich seriöse Artikel. Doch als Stella von ihrem Freund Bryan verlassen wird, stellt sich heraus, dass Rowan hinter der Leser*innenbrief-Kolumne Dr. Love steckt, welche Ratschläge in Beziehungsdingen gibt und Bryan zur Trennung geraten hat. Na, das soll er aber mal ganz schnell wieder geradebiegen! 

Mein Bucheindruck:

In echt ist das Cover genauso schön wie digital. Mir gefällt die Farbgestaltung und dass die beiden Hauptfiguren darauf abgebildet sind. Außerdem wird gleich deutlich, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt, die etwas mit der Welt der geschriebenen Worte zu tun hat. Besonders der Zeitungstitel »The New Love Times« amüsiert mich sehr. 

Der Farbschnitt auf dem einfach nur die beiden Namen stehen, wirkt auf mich jedoch etwas lieblos und wenig durchdacht, fast so, als wollte der Verlag um jeden Preis einen Farbschnitt realisieren. Ich hätte mir gewünscht, dass er etwas mehr die buchige Welt nach außen trägt oder dass bei fehlenden Ideen auf ihn verzichtet wird. 

Mein Leseeindruck:

Die Geschichte von Stella und Rowan war genau das amüsant-tiefgründige Lesevergnügen, das ich gerade neben dem Schreiben meiner Masterarbeit brauchte, um etwas zu entspannen. Beim Lesen habe ich viel gelacht und geschmunzelt. Stella ist einfach so witzig und auch der Schlagabtausch zwischen ihr und Rowan amüsiert mich total. Trotz des witzigen Erzähltons wurden aber auch ernste Themen behandelt, durch welche schon nach wenigen Seiten ein vielschichtiges Bild von Stella entsteht, was dazu führte, dass ich sie am liebsten in den Arm genommen hätte.

Am meisten hat mich die Charakterentwicklung an dem Buch beeindruckt. Sowohl die Entwicklung von Stella als auch die Entwicklung von Rowan wirkte auf mich natürlich, kleinschrittig und war für mich deshalb sehr nachvollziehbar und glaubhaft. An manchen Stellen war das Buch für mich zwar etwas vorhersehbar, dennoch habe ich Stella und Rowan gerne auf ihrem Weg begleitet. 

Als Fangirl von geschriebenen Worten mochte ich das Setting richtig gerne. Vor allem die Szenen, bei denen Stella und Rowan in der Zeitungsredaktion zusammenarbeiteten, sich um einen Annoncen-Kunden kümmerten oder über ihre jeweiligen Textformen miteinander kommunizierten, werden mir lange im Gedächtnis bleiben. Manchmal hätte ich mir allerdings noch mehr Einblicke in den Zeitungsredaktions-Alltag gewünscht. 

Besonders gut gefiel mir, dass es durch die lesbische Schwester von Stella auch queere Repräsentation in »Written into my heart«  gibt. Selbst wenn die Schwester nur eine Nebenfigur ist, freut sich mein queeres Herz sehr darüber! 🌈

Außerdem mochte ich, dass die Autorin beiden Hauptfiguren Freundschaften an die Seite gestellt hat. Die beste Freundin von Stella und der beste Freund von Rowan wirkten auf mich wie Freund*innen zum Pferdestehlen und es war einfach schön, von solchen tiefen freundschaftlichen Banden zu lesen. An mehreren Stellen im Buch hoffte ich, dass sie vielleicht das Couple für Band zwei sein könnten, was sich am Ende bestätigte. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung!

Mein Eindruck vom Schreibstil:

»Written into my heart« besitzt zwei Ich-Erzählperspektiven. Zu Beginn des Buches überwiegt Stellas Erzählperspektive, aber schon nach kurzer Zeit tritt die Erzählperspektive von Rowan hinzu. Die Tatsache, dass seine Erzählperspektive erst später einsetzt, sorgt am Anfang des Buches für Spannung. Sobald seine Erzählperspektive hinzukommt, entsteht von ihm aber ein genauso vielschichtiges Bild wie von Stella. 
Außerdem wirken die beiden Erzählperspektiven dadurch, dass Stella einen humorvollen und manchmal auch selbst-ironischen und Rowan einen eher ernsteren Erzählton hat, wirklich wie zwei unterschiedliche Stimmen. Das hat mir richtig gut gefallen!

Mein Abschlussfazit:

»Written into my heart« ist ein amüsant-tiefgründiges Lesevergnügen mit glaubwürdiger Charakterentwicklung in einem Zeitungsredaktions-Setting. 📰💕


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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Noch bevor ich in das Wreaders-Stammblogger*innen-Team aufgenommen wurde, haben mich das Cover und der Titel von »The(y) butterfly effect« angesprochen. Umso größer war dann meine Freude, dass ich bei der Blogtour dabei sein durfte. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar! 🫶🏼

Handlungsüberblick:

Die Kunststudentin Nice und die Rebellin M. finden durch ein Missgeschick auf einer Demo zueinander und lernen nach einem Date voller schlagfertiger Dialoge nicht nur einander, sondern auch sich selbst besser kennen. Doch der Alltag hat es ganz schön in sich und außerdem hat M. Angst, sich vor Nice als trans zu outen. 

Mein E-Book-Eindruck:

Der Titel mit dem eingeklammerten y, der auf die Begegnung von M. und Nice anspielt, die so viel bewirkt, ist einfach nur genial. Ich liebe solche Wort-Spielereien mit Klammern. Außerdem gefällt mir, dass Nice, Nices Katze, M. und M.'s Einhorn-Rucksack, der bei ihrer ersten Begegnung eine Rolle spielt, auf dem Cover abgebildet sind. So holt das Cover die wichtigsten Elemente des Buches nach außen. Trotzdem verrät das Cover nicht zu viel, denn dadurch, dass Nice und M. von hinten abgebildet sind, können sich Betrachtende ihre Gesichter selbst ausmalen.

Mein Leseeindruck:

»The(y) butterfly effect« habe ich innerhalb von wenigen Stunden mit dem größten Lesevergnügen ausgelesen. Ich fieberte bei Nice und M. bis zum Ende mit. Die beiden sind Figuren, die ich unheimlich gern in meinem Freundeskreis hätte. Ihre schlagfertigen Dialoge voller Wortwitz brachten mich oft zum Lachen und Schmunzeln. Außerdem inspirierten mich die Geduld und der Mut der beiden. Es tat gut, von einer Beziehung ganz ohne inneres Drama zu lesen. 

Außerdem gefielen mir die Kurzweiligkeit der Szenen in Verbindung mit der politisch-aktivistischen Dimension. Dabei stellt der Roman queere Lebenswelten authentisch dar, indem er wichtige Themen anspricht und auch ihre Schattenseiten zeigt, wie zum Beispiel die queerfeindliche Gewalt. In dieser Hinsicht ist »The(y) butterfly effect« ein Roman, in dem sich Queers wiederfinden können, und der gleichzeitig Menschen, die nicht queer sind, aufklären und bei ihnen hoffentlich Vorurteile abbauen und Akzeptanz für Queerness schaffen kann. Da vieles, das Queerness und die queere Community betrifft, in Dialogen erklärt wird, denke ich, dass der Roman auch für Menschen, die nicht queer sind, zugänglich ist.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Stef Helmel überzeugte mich mit einem klaren Schreibstil, der sich vor allem durch seine wortwitzig-schlagfertigen Dialoge auszeichnete, auf die ich mich das gesamte Buch hindurch freute und gespannt war. 

Der Schreibstil versprüht außerdem durch die Verwendung von Wörtern wie "Oida", "Herst" oder "Mahü" und einigen landestypischen Speisen Österreich-Flair. Mich haben die Worte fasziniert und zu Recherchen motiviert, wodurch ich mehr über Österreichs Kultur und Sprache gelernt habe. 

Bei der Erzählperspektive handelt es sich um eine allwissende Erzählinstanz, die mal mehr aus M.'s, mal mehr aus Nices Perspektive und manchmal sogar aus der Perspektive von Nices Katze erzählt. Auch wenn ich eigentlich lieber Romane mit zwei Ich-Perspektiven lese, gelang es mir, mit beiden Hauptfiguren gleichermaßen mitzufühlen. Besonders gefielen mir die Passagen aus der Sicht der Katze. Sie waren für mich eine super süße überraschende Abwechslung.

Mein Abschlussfazit:

»The(y) butterfly effect« ist ein Roman über queere Lebenswelten, der sich besonders durch seine schlagfertigen Dialoge voller Wortwitz in mein Herz geschrieben hat. 📖🌈




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Wie ich auf das E-Book aufmerksam wurde:

Ich mochte bisher viele Bücher der Autorin sehr, weswegen ich immer gespannt ihre Neuerscheinungen verfolge. Als ich »Laute Nächte« auf der Netgalley entdeckt und zum Rezensieren zur Verfügung gestellt bekommen habe, freute ich mich riesig. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar!

Handlungsüberblick:

Kennis Freundin starb bei einem Autounfall, bevor sie ihren Roadtrip nach Frankreich machen konnten. Auf der Suche nach einem Neuanfang zieht er in eine WG in Wien, in der er sich schnell zuhause fühlt.  Er träumt davon, Künstler zu werden und den geplanten Roadtrip für seine verstorbene Freundin nachzuholen. Ob ihm das gelingt? 

Mein E-Book-Eindruck:

Das E-Book-Cover von »Laute Nächte« passt durch sein Gemälde-Design zu den übrigen beiden bisher im Campa-Verlag erschienenen Büchern »Blaues Wunder« und »Die Lügen, die wir uns erzählen«. Es vermittelte bei mir zunächst den Eindruck, dass die Protagonistin eine Frau sein müsste und passte daher in meinen Augen anfangs gar nicht zu dem Buch. Erst nach etwa der Hälfte der Handlung verstand ich, warum auf dem Cover ein Gemälde einer Frau dargestellt ist und um wen es sich bei der Frau handelt. Somit ist es ein Cover, das erst nach und nach seine Geheimnisse enthüllt.

Mein Leseeindruck:

Zunächst fiel es mir ziemlich schwer, mich in den Protagonisten einzufühlen, einfach, weil es ein heterosexueller Cis-Mann ist und ich lieber und öfter Bücher aus weiblichen oder queeren Perspektiven lese. Dass der Depressive ausgerechnet ein Künstler mit langen Haaren ist, fand ich etwas zu klischeehaft. Es hätte auch mal ein anderer Schlag Mann sein können, um mit den gängigen Vorurteilen aufzuräumen, auch, wenn ich die Welt der Kunst sehr faszinierend finde. Nichtsdestotrotz behandelt das Buch natürlich ein wichtiges Thema und kann möglicherweise Betroffenen helfen, sich weniger allein zu fühlen. 

»Laute Nächte« ist keine einfache Lektüre. Durch den Roman zieht sich eine Schwere, die sich nur schwer aushalten lässt und die sich sehr schnell auf mich als Lesende übertrug, was dazu führte, dass ich das Buch einfach schnell beenden wollte und dabei immer hoffte, dass die Geschichte gut ausgehen würde. 

Trotz der doch recht großen Anzahl an Bewohner*innen der WG fiel es mir sehr leicht, die Figuren auseinanderzuhalten, weil sie so unterschiedlich waren. Ich war beeindruckt, wie es Anne Freytag mit nur wenigen Worten gelang, greifbare Figuren zu erschaffen und sie gegeneinander abzugrenzen. Die verschiedenen Zeitebenen wirkten hingegen auf mich manchmal etwas verwirrend. 

Roadtrips scheinen auf die Autorin eine besondere Faszination auszuüben, da sie neben diesem Roman bereits zwei Jugendbücher mit Roadtrips (»Mein bester letzter Sommer« und »Mein Leben basiert auf einer wahren Geschichte«) veröffentlicht hat. Dennoch bezweifle ich, dass Anne Freytag für »Laute Nächte« eine Recherchereise nach Frankreich unternommen hat. Von der Fahrt nach Frankreich hätte ich mir nämlich als großes Frankreich-Fangirl mehr Ortsbeschreibungen und Frankreichfeeling gewünscht. An manchen Stellen war der Roman für mich außerdem etwas zu vorhersehbar und ich vermisste den feministischen Aspekt, den ich von den übrigen Anne-Freytag-Büchern gewohnt bin. Hätte ich nicht gewusst, dass »Laute Nächte« eines ihrer Bücher ist, hätte ich das nicht vermutet. Auf der einen Seite spricht das natürlich für die Kreativität der Autorin, in Bezug auf das sich immer wieder neu zu erfinden, auf der anderen Seite hatte ich mir so sehr eine Lektüre ähnlich wie »Blaues Wunder« und »Die Lügen, die wir uns erzählen« gewünscht und war von dem Buch etwas enttäuscht. 

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Auch, wenn ich lieber poetischere Schreibstile lese, muss ich sagen, dass der etwas raue Schreibstil gut zu der männlichen Erzählstimme passte und sich flüssig las. Beim Lesen habe ich zumindest ein paar Lieblingsstellen markiert, so zum Beispiel die Formulierung "fast taub vor Herzschlag".

Mein Abschlussfazit:

»Laute Nächte« ist kein klassischer Anne-Freytag-Roman. 



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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

 »Cruel Noblesse - Melodie der Rache«  habe ich am Penguin-Stand auf der Leipziger Buchmesse entdeckt und bin sofort neugierig geworden. Ein sinnlich-düster-dramatisches Buch, das in Paris spielt? Das klang doch einfach perfekt für mich! Als ich es dann über das Bloggerportal zum Rezensieren bekam, habe ich mich total gefreut!

Handlungsüberblick:

Der Pariser Adel ist magiebegabt und Caspian de Morreau, der als Kind bei einem magischen Anschlag seine Familie verlor, will ihn vernichten. Wenn da doch nur nicht die schlagfertige Chansonsängerin Arianne wäre, die ihn so fasziniert...

Mein Bucheindruck:

Das Cover stimmt auf die edle und geheimnisvoll-düstere Atmosphäre des Buches und seinen Handlungschauplatz ein. Auf einer luxuriösen hellblauen Tapete hebt sich das  Pariser Sacré-Cœur ab, vor dem sich düsterer Rauch im Zusammenspiel mit dornigen Ranken, Rosenblüten und schwarzen Raben ausbreitet. Die erste  limitierte Auflage besitzt einen farbigen Buchschnitt, der die hellblaue Tapete weiterführt, und eine Charakterkarte auf deren Vorderseite Caspian und Arianne und auf deren Rückseite ein Zitat gedruckt sind, welche das Cover gut ergänzt. 

Mein Leseeindruck:

Da das Buch sehr gute Bewertungen aufweist, waren meine Erwartungen ziemlich hoch. Leider wurden sie aber enttäuscht. 

Die Idee mit den magischen Adligen in Paris war schön und hatte viel Potential, das aber in meinen Augen nicht ausgeschöpft wurde. An manchen Stellen ging mir die Handlung viel zu schnell, an anderen war sie mir zu langatmig und die Figuren blieben für mich ungreifbar, wodurch es mir schwerfiel, das Buch zu beenden. Darüber hinaus hätte ich mir mehr Bühnenszenen von Arianne und detailliertere Beschreibungen von Pariser Schauplätzen, edlen Gemächern oder Kleidern gewünscht, um den altertümlichen, adeligen Paris-Flair mehr zum Leben zu erwecken. 

Auch, dass das Buch mit den Worten "Sinnlich, düster, dramatisch" beworben wurde, passte für mich nur zu zu 66% Prozent. Als sinnlich empfand ich es nicht. Ich hätte mir sehr viel mehr Tension, aufgeladene Dialoge, Kussszenen und Sexszenen gewünscht. 

Darüber hinaus hatte ich mir auch einen altertümlicheren, poetischeren Schreibstil erhofft. 
In Bezug auf den Schreibstil erschienen mir auch manche Formulierungen seltsam. Am merkwürdigsten fand ich "Er schmälerte verärgert die Lider." (S. 28) Ich verstehe zwar, was die Autorin sagen möchte, bezweifle aber stark, dass das körperlich möglich ist. 

Leider wurde für mich auch deutlich, dass weder die Autorin, noch die lektorierende Person über Französisch-Kenntnisse verfügt, was bei dem Buch wirklich hilfreich gewesen wäre. Bereits der Titel ist grammatikalisch nicht korrekt. Im Französischen werden Adjektive eher hinter das Nomen gestellt, nur bei wenigen Adjektiven ist ein nach vorne stellen möglich. Bei dem verwendeten Adjektiv ist zwar eine Voranstellung möglich, allerdings hätte das Adjektiv an das Nomen angepasst werden müssen. Da "noblesse" feminin ist, hätte auch die feminine Form des Adjektivs verwendet werden müssen. Also "cruelle" anstatt "cruel". 

Zudem gab es im Buch einige Ungereimtheiten. So ist das Wort Palais im Deutschen sächlich und nicht männlich und das Wort "conseil" im Französischen männlich, weswegen es auch im Deutschen mit dem maskulinen Artikel versehen werden sollte. Beide Wörter tauchen im Buch sehr oft auf, was mich als Französischstudierende wirklich gestört hat. Auch würde in Frankreich kein Cabaret "La Chatte d'Or" heißen, da das Wort "chatte" wirklich sehr vulgär ist und für das weibliche Geschlechtsorgan verwendet wird. 

Wenn man ein Buch über Paris schreibt, sollten in meinen Augen genau solche Feinheiten stimmen, um nicht den Vibe zu zerstören. 

Mein Abschlussfazit:

Ein*e Lektor*in mit Französisch-Kenntnissen hätte »Cruel Noblesse - Melodie der Rache«  den Paris-Zauber bewahrt. 




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Am 12.04.2026 war ich im Schloss Paretz zu der Expertinnenführung »Die Bibliothek der Königin Luise« von der Bibliothekarin Sabine Hahn. Ich konnte noch eine der letzten verfügbaren Karten für die ausgebuchte Veranstaltung bekommen. 

Letztlich war es keine richtige Führung durch die Bibliothek, wie der Titel der Veranstaltung vermuten ließ, sondern viel mehr ein interessanter Vortrag verknüpft mit der Präsentation von einzelnen Büchern aus dem Besitz der Königin Luise.

Zunächst erzählte Sabine Hahn etwas zu den Orten, an denen Luise ihre Bücher aufbewahrt hatte. Der erste davon war das Kronprinzenpalais, in dem Luise und ihr Mann wohnten und sich einen Bibliotheksraum teilten. Ob sie in ihm die Bücher auseinandergehalten haben, weiß man heute nicht mehr. Aber auch im Potsdamer Stadtschloss gab es in der Luisenwohnung im rechten Seitenflügel im ersten Stock ein Schreibzimmer mit zwei Bücherschränken. Dieses Schreibzimmer war auf einem der Ausdrucke zu sehen, den die Bibliothekarin bei ihrem Vortrag herumgab. 
↓


Anschließend schilderte Sabine Hahn, was mit Luises privaten Büchern nach ihrem Tod geschah. Da dieser Bücherbesitz nicht staatlich war, konnte er an Luises Nachfahren vererbt werden, wodurch nur wenig erhalten geblieben ist. In diesem Zusammenhang erklärte die Bibliothekarin, dass die Schlossbibliothek im Stadtschloss Berlin einige von Luises Büchern aufbewahrte, im Krieg aber viele Bücher vernichtet und beschlagnahmt wurden. So gingen alle beschlagnahmte Bibliotheken nach Moskau und wurden dort wahllos im Land verteilt. In großen russischen Städten wurden sie zwar aufbewahrt, aber in vielen kleineren Städten vergammelten sie laut Sabine Hahn in Scheunen. Nur von wenigen kennt man den heutigen Aufenthaltsort.

Die Bücher, die erhalten sind, haben überlebt, weil sie nicht im Berliner Stadtschloss untergebracht waren. Sie wurden in einem Bunker im Wildpark Potsdam ausgelagert und dann nach Thüringen gebracht. Dort wurden sie in einem Salzstock eines Salzbergwerks aufbewahrt, wo sie von den Amerikanern bei der Besetzung im Krieg gefunden wurden. Diese Bücher gelangten dann nach Charlottenburg (Westberlin) und dann zur Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten. Heute stehen 400 der erhaltenen Bücher im Schloss Paretz, Luise wird aber weitaus mehr Bücher besessen haben. Vermutlich gingen auch Bücher bei ihrer Flucht verloren. Zumindest weiß man aus Briefen, dass die Königen viel in Königsberg und Memel gelesen hat. 

Besonders spannend fand ich die Hintergründe zum damaligen Literaturbetrieb, die Sabine Hahn in ihrem Vortrag schilderte. 
Die allgemeine Schulpflicht war noch nicht eingeführt, weswegen nicht viele Menschen lesen konnten. Bücher wurden nicht beschnitten und nicht gebunden verkauft. Jede Person ließ ihr gekauftes Buch in einer Buchbinderei individuell beschneiden und binden. Da Bücher und Zeitschriften-Abonnements teuer waren, gab es viele Lesegesellschaften, die sich die Exemplare teilten. Zu Lebzeiten von Luise waren gefühlvolle Geschichten, Briefromane und Gruselgeschichten in Mode, außerdem kam es zum Ende des 18. Jahrhunderts zu einem Anstieg von Modezeitschriften. Davor war Mode mit kleinen Modepuppen aus Wachs bekannt gemacht worden, die in die Städte zur Ausstellung geschickt wurden. Dies war jedoch aufwendig und teuer. Durch die Französische Revolution änderte sich die Mode radikal und wurde schnelllebiger. Die ersten Modezeitschriften gab es in England, dann in Frankreich und um die Jahrhundertwende schließlich in Deutschland, wobei die Hefte mit dem Argument, dass sich die Mode schnell änderte, immer klein gehalten wurden. 

Aufzeichnungen von Luises Bibliothekar aus dem Jahre 1928 überliefern, dass sich Luises Lektürewahl von leichter Unterhaltungslektüre, über gehaltvoller Lektüre, zu deutschen Klassikern bis hin zu ernster sie bildender geschichtlichen Werke steigerte und die Ehegatten oder der Hofmarschall vorlas, wenn die Damen Handarbeit machten. Außerdem ist bekannt, dass Luise morgens gern lange im Bett geblieben ist, wobei sie auch gelesen hat. Sabina Hahn gab aber zu bedenken, dass Luise durch ihre Verpflichtungen, ihre kurze Lebenszeit und die vielen Schwangerschaften vielleicht auch nicht allzu viel Zeit zum Lesen gehabt haben könnte. 

Bei Hofe war die Umgangssprache Französisch, wodurch auch viel auf Französisch gelesen wurde. Luise habe aber auch deutsche Literatur gelesen, allerdings sind die deutschen Bücher genau der Teil der Luise-Bücher, die heute nicht mehr erhalten sind. Luise kannte Goethe, Schiller, Wieland und Herder. Nach Aussagen von Frau Hahn lag ihr Goethe allerdings nicht. Sie mochte Schiller mehr und hat ihn auch zum Frühstück eingeladen. Das Königspaar versuchte auch, den Schriftsteller mit einem Engagement nach Berlin zu locken, was allerdings nicht klappte. Dennoch geht aus Aufzeichnungen Schillers hervor, dass sich die Kinder gut verstanden und sie nette Stunden zusammen verbrachten. 

Sabine Hahn merkte an, dass Luise keinerlei Stempel in ihren Büchern hatte und antwortete auf meine Nachfrage zu anderen Funden in ihren Büchern, dass auch keine Lesezeichen, Randbemerkungen oder Unterstreichungen gefunden wurden. Nur eines der Bücher trage ihren Namen in ihrer Handschrift. Dieses Buch hatte die Bibliothekarin aber nicht dabei.

Unter den gezeigten Zeitschriften aus Luises Besitz befanden sich folgende:

  • Berlinische Monatsschrift
    → alles was in Berlin politisch und gesellschaftlich los war
  • Geschichte und Politik
  • Lesekabinett
  • Archive littéraire de l‘Europe
    → Darin waren kurze Texte oder Zusammenfassungen von Neuerscheinungen enthalten. Ansonsten erhielt man übrigens privat Literaturempfehlungen oder durch Literaturagenten, wie zum Beispiel durch den Baron von Grimm, der den gesamten Adel mit Literaturlisten versorgte. 
  • Volksfreund
  • Journal für deutsche Frauen von deutschen Frauen geschrieben, was allerdings von Männern herausgegeben wurde
  • Irene - eine Zeitschrift für Deutschlands Töchter 
  • Journal des Luxus und der Moden
    →  weit verbreitet: Auflagen bis zu 2000 Stück pro Heft
  • Leipziger Modemagazin mit Stoffproben neuer Stoffe zum Anfassen
    →  Luise war sehr modebewusst

Und unter den gezeigten Büchern aus Luises Besitz befanden sich folgende:

  • Der erste Band von Gullivers Reisen mit einem einfachen Einband aus papierbezogener Pappe und nur einem Rücken aus Leder auf Französisch, das laut Sabine Hahn heute als Kinderbuch gilt, damals allerdings als Abenteuerbuch für Erwachsene
  • Deutsche Sprachlehre für den Selbstunterricht mit Goldschnitt, Marmorpapier und goldenen Zierden
  • Handbuch der englischen Sprache und Literatur in verziertes Leder gebunden, mit ungewöhnlichem schwarzen Marmorpapier und Goldschnitt
    → Luise lernte Englisch
  • ein eher ungewöhnliches Buch von 1801 mit dem sehr langen Titel
    Ueber den verderblichen Misswachs oder die unfruchtbare Abartung unter denen seit langen Zeiten her bekannten Speisekartoffeln; dessen Ursachen, Vertilgung dieses Uebels, und Maassregeln zur Verhütung der Wiederkehr desselben - ingleichen wie man den Kartoffelbau im Grossen äusserst vortheilhaft ohne viele Arbeit und Kosten selbst ohne Nachtheil des Getraidebaues betreiben könne nach vieljährigen eigenen Erfahrungen von dem Prediger Stockmar.
  • Ein Buch über die Holzverteilung an arme Leute 
  • Ein Buch über die Schändlichkeit der Angeberei
  • Ein Buch über Sittenlehre und Klugheitsregeln
  • Die mehrbändige Reihe Les femmes dans l’ordre social
  • Ein Buch über das Selbststillen
    → Luise war die erste Königin, die selbst stillte und verbrachte viel Zeit mit ihren Kindern. Sie und ihr Mann waren auch das erste Königspaar mit einem gemeinsamen Schlafzimmer und das erste Königspaar, das sich gegenseitig geduzt hat.
  • Ein Buch über Kindererziehung 
  • Bilderbuch für Kinder von Friedrich Justin Bertuch
    → Luise hat auch mit den Kindern gelesen
  • Väterlicher Rat für meine Tochter von Joachim Heinrich Campe
    Campe war der Erzieher von den Brüdern Humboldt, Theologe der Aufklärung und später auch Verleger. Er folgte Rousseau in Hinblick auf den Unterschied der Geschlechter. Campes Tochter war zur Zeit der Veröffentlichung seines Buches 14 Jahre als und stand kurz vor ihrer Verheiratung. Mit seinem Buch hat er ihr Ratschläge mitgegeben. Das Buch gilt als Bestseller der Aufklärung. Bis 1832 gab es 10 Auflagen im Inland und auch welche im Ausland. Wobei die Leserschaft aus ungewöhnlich vielen Frauen aus dem Bürgertum, aber auch dem Adel bestand, was Subskriptionslisten (also Vorbestelllisten) beweisen, auf denen Prinzessinnen standen.
  • Das Taschenbuch für Freundinnen des Tanzes
    → mit Goldschnitt und Marmorpapier, sehr abgenutzt
    → besaß hinten Tanzanleitung mit Schrittfolgen zum Ausklappen
Das prächtigste Buch aus Luises Besitz, das erhalten ist, zeigte Sabine Hahn ganz zum Schluss. Es handelte sich um ein Huldigungsgedicht an die Königin von 1803. Es besitzt einen Einband aus hellblauer Seide mit Goldborte, rosafarbenes seidenbezogenes Vorsatzpapier und ist auf Seide gedruckt. Es handelt sich um ein außergewöhnliches Geschenk des Bürgertums an die Königin, also eine große Ehrerbietung und kein handelsübliches Buch. Natürlich musste ich dieses Schmuckstück fotografisch festhalten! ↓


Auch wenn ich durch den Titel der Veranstaltung eigentlich eine Bibliotheksführung erwartet hatte, habe ich den Vortrag sehr genossen. Ich habe schon viele Bücher über Luise gelesen und durch den Vortrag trotzdem Neues gelernt. Außerdem war es natürlich etwas ganz Besonderes, die Bücher, die Luise in ihren Händen gehalten hat, anschauen zu dürfen. Das Einzige, das ich vermisst habe, war eine offene Fragerunde zum Ende der Veranstaltung, da ich schon vor der Veranstaltung Fragen gehabt hatte, ich mir aber auch während der Veranstaltung durch den spannenden Input neue stellte. Das Fehlen der Fragerunde führte dazu, dass einige von uns am Ende der Veranstaltung zu Sabine Hahns Tisch stürzten und sie mit Fragen bestürmten. Das führte zu mehreren Einzelgesprächen, aber ich hätte auch gern die Fragen der anderen und die Antworten gehört. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass es für die Bibliothekarin auch angenehmer gewesen wäre, wenn wir auf unseren Stühlen sitzen geblieben wären und auf geordnetere Weise per Handzeichen unsere Fragen gestellt hätten. In diesem Zusammenhang hätte die Veranstaltung gern eine halbe Stunde länger gehen können, um eine Fragerunde zu gewährleisten. 

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Bisher mag ich die beste Freundinnen-Beziehung sehr gerne.





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Catcht mich leider noch nicht so richtig.

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