Rezension zu »Purple Clouds - Honeymoon«
Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:
Ich kann es ja zugeben, hier war ich ein echtes Cover-Opfer. Das Cover fand ich so schön, dass ich neugierig auf »Purple Clouds - Honeymoon« wurde und die Leseprobe las, um mich direkt im Anschluss bei der Lesejury-Leserunde zu dem Buch zu bewerben. Als ich die Zusage erhielt und »Purple Clouds - Honeymoon« zusammen mit den anderen Leserunden-Terilnehmer:innen vorab lesen durfte, habe ich mich riesig gefreut. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle für diese Möglichkeit, liebe Lesejury! 🥰
Handlungsüberblick:
In ihrer Jugend verhalf »Purple Clouds" Deb zu ihrer ADHS-Diagnose. Seitdem reifte in ihr der Wunsch, selbst für das feministische Magazin zu schreiben. Nun könnte sich dieser Traum erfüllen, aber in der New Yorker Redaktion muss sich Deb erst einmal beweisen. Zu allem Überfluss soll sie einen Artikel über ihre Ehe schreiben und eine Antwort darauf finden, ob Feminismus und Ehe überhaupt miteinander vereinbar sind. Blöd nur, dass Deb seit der Hochzeit keinen Kontakt mehr zu ihrem Mann Emory hat, den sie ganz spontan in ihrer Kennlernnacht voller Glücksgefühle geheiratet hat...
Mein E-Book-Eindruck:
Wie schon gesagt, ist dieses Buch eine große Coverliebe. Ich liebe die Farben und das auf dem Cover abgebildete super coole alternative Pärchen mit dem kleinen Schlüsselanhänger-Detail, das einen Teil des Inhalts erfolgreich nach außen kehrt. 📖💕
Auch die Kapitelzierden sind zauberschön und passen wunderbar zu der Geschichte. Leider sind sie aber nur in der Print-Version enthalten.
Mein Leseeindruck:
Während der Leserunde fieberte ich jedem Leseabschnitt entgegen und war super gespannt, wie es für Deb und Emory weiterging! Außerdem fühlte ich mich super wohl in der erzählten Welt.
»Purple Clouds - Honeymoon« überzeugte mich vor allem durch das World-Building. Ich meine, wie cool ist das feministische Purple Clouds Magazin? Für dieses Magazin würde ich wohl selbst gern arbeiten. Da ich zum Zeitpunkt der Leserunde gerade mitten im Umzug stecke, fand ich auch die WG von Emory
super interessant. Ich hatte mich gefreut, die WG-Mitbewohner:innen
näher kennenzulernen und auch etwas mitzuerleben, wie sie sich
einrichten und miteinander eingrooven. Leider kamen mir die anderen
WG-Mitbewohner:innen etwas zu kurz, aber ich kann verstehen kann, dass der Fokus mehr auf der
Liebesgeschichte zwischen Deb und Emory liegt. Außerdem gibt ja auch noch
die Folgebände, in denen die anderen WG-Mitbewohner:innen die Hauptrolle
spielen werden. Durch die wenigen Informationen über sie ist man natürlich noch gespannter auf die Folgebände. 📚
Auch das Charakter-Building ist überzeugend. Manche Aktionen von Emory, Deb und einigen
Nebencharakteren gefielen mir zwar gar nicht, gleichzeitig fand ich es aber
auch toll, dass die Autorin keine einseitigen Charaktere zeichnet. Jede
Figur im Buch hat
sowohl gute und als auch schlechte Eigenschaften und ist nicht nur gut
oder nur schlecht. Durch diese Mischung von
Gut und Böse wirken die Charaktere menschlich und authentisch. Außerdem gab es auch viele Charakterentwicklungen.
Am meisten habe ich von allen Charakteren Deb ins Herz geschlossen. In ihr konnte ich mich durch ihre Schreibbegeisterung und ihr ADHS einfach so gut wiederfinden.
In Bezug auf Deb liebte ich, dass das ADHS so viel
Platz einnehmen durfte, denn Repräsentation von Neurodivergenz in der
Literatur ist so wichtig für die Betroffenen. Vor allem die Schilderungen durch
Emorys Augen von Debs ADHS konnten mir als Betroffene, die oft das Gefühl
hat, zu viel zu sein, Hoffnung geben, liebenswert zu sein. Außerdem war es für mich sehr heilsam, über Jemandem
zu lesen, dem es ähnlich geht und zu wissen, dass ich nicht alleine bin.
Ich fand die Beschreibungen
ihres ADHS treffend und realistisch, ohne klischeehaft zu sein. Meiner Meinung nach, kann das Buch aber auch Nicht-Betroffenen helfen. Zum Beispiel dabei, ADHS besser zu verstehen oder auch Vorurteile abzubauen. Wir brauchen neudodiverse
Repräsentation in der Literatur und ich bin der Autorin total dankbar
für den Beitrag, den sie dahingehend leistet! 💜
Mein Eindruck vom Schreibstil:
Der Schreibstil las sich flüssig und passte gut zu der erzählten Welt, weswegen sich die Leseabschnitte super schnell weglasen und ich mich jedes Mal nach der Beendigung eines Leseabschnitts ziemlich gedulden musste, bis ich weiterlesen durfte. Es war mal wieder ein Leserundenbuch, bei dem man mit dem ersten Leseabschnitt am besten am Tag vor Ende der ersten Leseabschnitt-Woche beginnt. 😀
An dem Schreibstil liebte ich besonders, wie sich die Rückblicke mit dem Hier
und Jetzt verbinden und man die besondere Verbindung von Deb und Emory erst nach und nach
entschlüsseln kann. So viel Spannung!!!
Die Erzählweise ist insgesamt sehr kreativ, denn im Verlauf des Buches werden nicht nur verschiedene Zeitebenen gemischt, sondern auch verschiedene Textformen. Unter anderem werden Handynachrichten und sogar ein »Purple Clouds« Artikel eingebaut. So wirkte das Buch nochmal authentischer und gut durchdacht.
Fun-Fact:
Durch »Purple Clouds - Honeymoon« habe ich übrigens gelernt, dass die Angabe des Familienstandes im Bewerbungsanschreiben in Amerika durch das
Antidiskriminierungsgesetz verboten sind. Ich finde es immer super spannend, wenn man durch Bücher
etwas über andere Länder und deren Geflogenheiten lernen kann, ganz ohne
selbst in dem Land gewesen zu sein.
Mein Abschlussfazit:
»Purple Clouds - Honeymoon«'s Hochzeitsthematik verbunden mit Feminismus, ADHS und vielschichtigen Charakteren in einem super coolen Setting ist wirklich etwas noch nie da Gewesenes im New-Adult-Bücherhimmel! Ich bewundere die Verschmelzung von Kreativität und Aktualität! 💜
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