Rezension zu »Heartbreak Hotel«

Wie ich auf die Graphic Novel aufmerksam wurde:

»Heartbreak Hotel« entdeckte ich, als ich durch Vorablesen.de stöberte. Eigentlich bin ich keine große Graphic-Novel-Leserin, aber das Cover sprach mich sofort an und als ich daraufhin die Leseprobe öffnete, den zuckersüß-modernen Zeichenstil sah und herausfand, dass es in der Graphic Novel eine sapphic Lovestory gibt, war's um mich geschehen. Ich wollte »Heartbreak Hotel« unbedingt weiterlesen. Vielen, vielen Dank nochmal an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar!

Handlungsüberblick:

Stell dir vor, es gibt einen Ort, an den du dich bei einem gebrochenen Herzen hinwünschen und an dem du heilen kannst. Ein Hotel, mit einem Zimmer ganz nach deinem Geschmack, in dem es sogar einen Wetter-Regler und einen Wunsch-Erfüller gibt. Das ist das Heartbreak Hotel. Und dort bewohnen gerade vier Jugendliche jeweils ein Zimmer - Sapphic und achillean Heartbreak inklusive! Finde heraus, was sie dorthin gebracht hat, was sie sich wünschen und wie es für sie im »Heartbreak Hotel« weitergeht.

Mein Graphic-Novel-Eindruck:

Als ich die Graphic Novel auspackte, war ich überrascht, dass es sich um ein Hardcover handelte. Ich hatte eher mit einem Soft Cover gerechnet, fand aber, dass die Graphic Novel durch das Hardcover sehr wertig wirkte. Allerdings hätte ich mir ein Lesebändchen gewünscht. Wenn schon Hardcover, dann richtig. 😀

Das Cover ist durch seine Farben und die tollen Zeichnungen von Agnese Innocente ein echter Blickfang. Es trägt nicht nur die wichtigen Elemente sondern auch die Stimmung der Graphic Novel perfekt nach außen. Ich lieb's!

Mein Leseeindruck:

Wie cool ist denn die Idee von einem Herzschmerzhotel? Was hätte ich bei meinem Liebeskummer für eines der Zimmer gegeben? Noch dazu mit diesem Wetterregler! Den hätte ich übrigens super gerne, egal ob gebrochenes oder heiles Herz! 😀😍

Schon mit der ersten Seite der Leseprobe haben Micol Arianna Beltramini und Agnese Innocente mich mit Mayas Geschichte in ihren Bann gezogen. Ich war so gespannt, wie es für sie weitergehen würde und neugierig auf die anderen drei Jugendlichen, die im Klappentext angeteasert wurden. Als ich dann die Graphic Novel endlich in den Händen hielt, wollte ich eigentlich nur ein Bisschen vor dem Einschlafen weiterlesen, aber ich bin nur so durch die Seiten geflogen, habe völlig die Zeit vergessen und bis Mitternacht weitergelesen. Was für ein Lesesog! Anschließend war ich selbst überrascht, wie schnell ich »Heartbreak Hotel« ausgelesen hatte. 

Im Laufe der Handlung nahm Maya die Leser:innen zu Martin, Fiona und Finn mit. Durch die unterschiedlichen Schicksale und Persönlichkeiten der vier Jugendlichen blieb die Handlung durchweg spannend. Jede der vier Herzschmerzgeschichten war berührend, doch Maya war mir von allen Figuren am nächsten, was vermutlich auch daran liegt, dass sie die Leser:innen am längsten begleitet, aber auch daran, dass wir beide Frauen lieben. Ich konnte mich unheimlich gut in sie einfühlen und hatte das Gefühl, durch sie mich als Teenie zutreffen. 
Ich erinnere mich noch so gut an meine erste Verliebtheit in ein Mädchen, all das euphorische Kribbeln und den schlimmen Liebeskummer. Diese intensiven Emotionen nicht nur in Textform, sondern auch in Zeichnungen eingefangen zu sehen, war etwas ganz Besonderes. 🥹 

Maya ist übrigens nicht die einzige queere Figur in der Graphic Novel. Und ich finde es einfach super, dass es in »Heartbreak Hotel« auch sapphic und achillean Herzschmerz gibt. Queere Repräsentation ist so wichtig. Heute mehr denn je! Und wenn sie so liebevoll und feinfühlig stattfindet, bin ich einfach nur begeistert! #queerjoy🌈

»Heartbreak Hotel« zeigt durch die vier unterschiedlichen Schicksale, wie vielschichtig das Thema Liebeskummer sein kann. Auch, wenn ich das Ende leider nicht ganz verstanden habe (was daran liegen kann, dass ich noch nicht so oft Graphic Novels gelesen habe) und mir ein klareres Ende mit stärkerem Happy End gewünscht habe, denke ich, dass die Graphic Novel Jugendlichen, die Herzschmerz durchleben, Halt und Hoffnung geben und ihnen dabei helfen kann, sich weniger allein zu fühlen - ganz egal welches Gender und welche sexuelle Orientierung sie haben. 

Mein Eindruck vom Zeichenstil:

Ich liebe den zuckersüß-modernen Zeichenstil von Agnese Innocente, der so viel Gemütlichkeit ausstrahlt und dadurch im Kontrast zu der doch recht ernsten Handlung steht. Die Figuren sind so liebevoll gestaltet, dass ich sie direkt ins Herz geschlossen habe. Außerdem finde ich die Farbwahl bei den Zeichnungen total gelungen, wie zum Beispiel bei Lauras und Mayas Balkon-Szene, weil sie Sonnenuntergangsvibes ausstrahlt und gleichzeitig aus den Farben der lesbischen und bisexuellen Fahne besteht. Einfach ein perfect Match mit so viel Liebe zum Detail. 

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Micol Arianna Beltraminis Schreibstil passt hervorragend zu dem zuckersüß-modernen Zeichenstil von Agnese Innocente. Er ist jugendlich, kurzweilig und brachte mich auch oft zum Schmunzeln.

Mein Abschlussfazit:

Graphic Novel - but make it zuckersüß-modern und queer!🌈



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