Rezension zu »Purple Clouds - Bittersweet«

Wie ich auf das E-Book aufmerksam wurde:

Da ich vom ersten Band der Reihe sehr begeistert war und auch Band zwei gelesen hatte, wollte ich natürlich auch die Reihe zu Ende lesen. Bei der Premierenlesung in Berlin wollte ich mir eigentlich ein Print-Exemplar holen, aber als ich dann merkte, dass die Erstauflage einen Farbschnitt hatte und ich aber Band eins ohne Farbschnitt im Regal zu stehen hatte, fragte ich »Purple Clouds - Bittersweet« als E-Book-Rezensionsexemplar in der Netgalley an. Vielen Dank, an dieser Stelle nochmal dafür, dass ich das E-Book lesen durfte. 

Handlungsüberblick:

ACHTUNG BAND 3

Xander arbeitet als Illustrator beim Kultmagazin Purple Clouds, allerdings läuft sein Comic nicht besonders gut. Daraufhin stellt seine Chefin als Unterstützung ausgerechnet Linh ein, die den Comic und somit seine Zeichenskills öffentlich kritisiert. Es dauert nicht lange, bis zwischen den beiden die Fetzen fliegen. Schaffen sie es trotzdem, den Comic zu retten? Und können aus den Enemies vielleicht auch Lovers werden?

Mein E-Book-Eindruck:

Die Covergestaltung von »Purple Clouds - Bittersweet« passt hervorragend zu den beiden vorherigen Bänden. Es lässt sich klar erkennen, dass die Bücher eine Reihe bilden. Mir gefällt sehr, dass die Protagonist:innen auf dem Cover abgebildet sind. Auf diese Weise konnte ich sie mir beim Lesen gut vorstellen. Der Vorteil von der E-Book-Ausgabe liegt in meinen Augen vor allem darin, dass ich mir keine Gedanken über den vorhandenen oder den fehlenden Farbschnitt im Bücherregal machen muss.

Mein Leseeindruck:

Dadurch, dass mir der erste Band so gut gefallen hat, waren meine Erwartungen zu »Purple Clouds - Bittersweet« sehr hoch. Ich freute mich, das tolle Verlags- und WG-Setting und die Protagonist:innen aus den ersten Bänden wiederzusehen. Bei Purple Clouds würde ich immer noch gerne selbst arbeiten. Besonders mochte ich auch die freundschaftliche Liebe, die immer in dem, was seine Freund:innen über Xanders sagten, mitschwang. 

Allerdings war die Geschichte viel düsterer als die Geschichten der ersten beiden Bände und mir fiel es sehr viel schwerer, mich in die Protagonist:innen hineinzuversetzen und mit ihnen mitzufiebern. Was wahrscheinlich auch zu einem großen Teil daran lag, dass ich den Protagonist:innen sehr viel unähnlicher war als der neurodivergenten Deb aus Band eins. Außerdem zog sich die Geschichte in meinen Augen ganz schön und auch, wenn ich die eingefügten Zeitungsartikel cool und die darin behandelten Themen der toxischen Männlichkeit sehr wichtig fand, war es für mich zu vorhersehbar, wer hinter ihnen steckte. 

Mit dem Thema der toxischen Männlichkeit greift das E-Book ein sehr aktuelles und wichtiges Thema auf. Ich finde es toll, dass das Thema Eingang in die Unterhaltungsliteratur findet und so vielleicht nochmal andere Menschen erreicht, als diejenigen, die wissenschaftliche Bücher lesen. Besonders gelungen fand ich in diesem Zusammenhang das Nachwort, in dem sich die Autorin nochmal zu dem Thema der toxischen Männlichkeit äußerte. In meinen Augen kann es helfen, die Thematik besser einzuordnen. 

Mein Eindruck vom Schreibstil:

»Purple Clouds - Bittersweet« ist hauptsächlich aus zwei Ich-Perspektiven erzählt. Zudem wurden von der Autorin Zeitungsartikel eingeflochten, die den Feminismus-Magazin-Vibe in meinen Augen gut unterstützten.

In Band eins hatte mich Xander durch seine verschlossene Art sehr neugierig gemacht. Ich fragte mich, welcher Frau es wohl gelingen würde, ihn zu knacken. Dadurch, dass »Purple Clouds - Bittersweet« allerdings größtenteils in zwei Ich-Perspektiven erzählt wird, geht ein großer Teil seiner Verschlossenheit und der damit verbundene Spannung verloren. Auch, wenn ich seine Perspektive gern gelesen habe, fragte ich mich, ob es nicht für die Aufrechterhaltung der geheimnisvollen Spannung besser gewesen wäre, auf seine Ich-Perspektive zu verzichten. 

Leider hatte ich beim Lesen der Ich-Erzählperspektiven an einigen Stellen das Gefühl, dass das Lektorat geschludert hat. Was mich wirklich negativ überrascht hat, denn bei dem ersten Band hatte ich dieses Gefühl nicht. Ich habe sehr viel mehr Stellen, die mir negativ aufgefallen sind, markiert, als Stellen, die mir positiv aufgefallen sind. An mehreren Stellen fehlten Wörter und manche Formulierungen lasen sich für mich sogar so, als hätte sie Jemand geschrieben, dessen Muttersprache nicht Deutsch ist. So hieß es zum Beispiel an einer Stelle "Audienz", was vermutlich eine Übersetzung des Englischen Wortes "audience" sein sollte, was aber eher mit "Publikum" oder mit "Reichweite" hätte übersetzt oder als Anglizismus beibehalten werden sollen. Eine Audienz gibt schließlich der König. An anderer Stelle hieß es, sie würde "seine Hand entgegennehmen", was bei festgewachsenen Gliedmaßen ja auch nicht möglich ist und sie eilten "der Garderobe zu Hilfe", was auch nicht funktioniert, denn eine Garderobe ist ja kein Mensch, sondern ein Gegenstand. Die Berufsbezeichnung für Menschen, die an der Garderobe arbeiten, ist Garderobier oder Garderobiere, je nach Gender. All diese Fehler haben mein Leseerlebnis doch ganz schön gestört. Der Lyx-Verlag war mal mein Lieblingsverlag, allerdings finde ich, dass bei diesem Buch seine Qualität ziemlich nachgelassen hat. Einfach schade. 

Mein Abschlussfazit:

»Purple Clouds - Bittersweet« ist für mich leider der schwächste Band der »Purple Clouds«-Reihe. 😢



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