Rezension zu »Where our Dreams end«

Wie ich auf das E-Book aufmerksam wurde:

Ich verfolge Yvonne Merschmanns Instagram-Konto schon länger und durfte bereits zwei ihrer Fantasy-Bücher rezensieren. Auf das wlw-Hollywood-Buch von ihr war ich nun ganz besonders gespannt und vorfreudig! 📖✨

Handlungsüberblick:

Meryl ist Schauspielerin und träumt davon, endlich einen Oscar zu gewinnen, um mehr zu sein als nur die Tochter ihrer berühmten Mutter. Damit ihre Chancen auf den renommierten Preis steigen, muss sie während der Award Season eine längerfristige Zusammenarbeit mit dem Klatschmagazin »Daily Gossip«  eingehen. Doch so sehr Meryl die junge Journalistin Grace hassen möchte, ihre Gefühle sagen bald etwas ganz anderes...

Mein E-Book-Eindruck:

Wer mir länger folgt, weiß es: Ich liebe Rosa und Pink, daher hatte »Where our Dreams end« natürlich direkt meine Aufmerksamkeit. Etwas schade finde ich, dass auf dem Cover nicht die beiden Frauen zusammen abgebildet sind, weil das in meinen Augen Menschen, die auf der Suche nach sapphic Geschichten sind, das Finden von Yvonnes Buch einfacher machen würde. Dennoch passt das Cover sehr gut zur Geschichte. Durch die funkelnden Lichter, die darauf abgebildet sind, verströmt das Buch richtigen Oscar-Glamour. Und es gibt ja immerhin eine Charakterkarte, die meinen Wunsch, das sapphic Hollywood-Paar zu sehen, erfüllt! 

Innen ist das E-Book liebevoll designt und wirkt gut durchdacht. So hat die Autorin neben einem Countdown zu den Oscars Zeitungsartikel und Social Media-Postings mit Bildern eingebaut. Außerdem gibt es zu den Protagonisinnen passende Kapitelzierden: Ein Zeitungsbündel für Grace und eine Oscar-Statue für Meryl. 

Mein Leseeindruck:

Oft habe ich das Gefühl, dass sapphic Lovestories immer dieselben Dinge in ähnlichen Settings verhandeln, aber das war hier überhaupt nicht der Fall. Ich fand es toll, endlich mal nicht mehr von der ersten Liebe und Coming-Out-Erfahrungen zu lesen, sondern über zwei Frauen, die sich ihrer sexuellen Orientierung bereits sicher sind, noch dazu in einem so besonderen Setting.

Mit seinen Blitzlichtgewittern und roten Teppichen übt Hollywood eine große Faszination aus. Diese Romance erlaubt einen Blick hinter die Kulissen, der zeigt, dass nicht alles so glänzend ist wie es von außen scheint, und zum Nachdenken anregt. Auf mich wirkte das Buch in dieser Hinsicht sehr gut recherchiert. 

Mit Grace und Meryl hat Yvonne Merschmann ein echtes Power-Couple erschaffen. Ich kann gar nicht sagen, welche der Frauen ich lieber mochte. Beide hatten Facetten, in denen ich mich wiedergefunden habe. Besonders gut gefallen hat mir, wie einfühlsam und unterstützend Meryl und Grace miteinander umgehen. Beide auf dem Weg zueinander, aber auch gleichzeitig jede bei ihrer eigenen persönlichen und beruflichen Entwicklung zu begleiten, war wunderschön. Vor allem, weil sie sich dabei gegenseitig inspirierten und motivierten. 

Als Bi-Girly war ich außerdem begeistert davon, dass es auch bisexuelle Repräsentation in »Where our Dreams end« gab. Ich kann es nur nochmal betonen: Repräsentation ist so wichtig! 

Die Handlung blieb für mich bis zum Ende spannend und hielt auch manche Überraschung bereit. Ich fieberte bis zur letzten Seite mit Meryl und Grace mit. Ein paar Stellen haben mich auch begeistert giggeln lassen, weil ich sie als so typisch für die sapphic-Community empfand und es super toll war, meine Lebensrealität in der Geschichte wiederzufinden. So gibt es zum Beispiel Kontakt mit der Ex, der ja doch sehr sapphic ist.

In »Where our Dreams end« finden sich aber auch ernste Themen, wie chronische Erkrankungen und den immensen Druck, der auf Schauspieler*innen lastet. Besonders gefreut habe ich mich, dass Yvonne Merschmann das erste Thema in ihrem Buch behandelt hat, weil ich selbst an zwei chronischen Erkrankungen leide. Bei einer davon war es so schwer, überhaupt eine Diagnose zu erhalten, weswegen ich die Erfahrungen, die im Buch beschrieben wurden, beim Lesen als sehr realistisch empfand. Es ist so wichtig, dass das Thema der chronischen Erkrankungen auch Eingang in die Literatur findet und mehr Awareness für sie geschaffen wird!

Lieblingszitat:

Mein absolutes Lieblingszitat ist dieses hier:
"Lass die Anerkennung von außen nicht deine Liebe zu Geschichten auffressen."
(»Where our Dreams end«, Kapitel 49)

Als selbst schreibende Person, hat mich das besonders tief bewegt. Denn ja, manchmal nagt die Anerkennung von außen an mir, und ich dachte nur: Oh, wow, ja! Ganz genau!

Mein Eindruck vom Schreibstil:

In »Where our Dreams end« gibt es zwei Ich-Perspektiven, eine aus der Sicht von Meryl und eine aus der Sicht von Grace, wodurch ich mich hervorragend in beide Protagonistinnen hineinversetzen konnte und die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite spannend blieb. Darüber hinaus hat Yvonne Merschmann aber auch Zeitungsartikel und Social Media-Postings eingebaut - sogar mit Bildern! Das fand ich einfach großartig, denn sie haben mich noch tiefer in die Geschichte eintauchen lassen.

Wie eingangs erwähnt, hatte ich von Yvonne bisher nur Fantasy gelesen. Nach der Lektüre von »Where our Dreams end« bin ich sehr beeindruckt davon, wie es Yvonne gelingt, sich jedes Genre zu eigen zu machen. Der mixed-media Schreibstil hat in meinen Augen wirklich gar nichts fantasylastiges an sich und passt einfach perfekt in das New Adult Hollywood. So eine tolle Umsetzung!

Mein Abschlussfazit:

»Where our Dreams end« - eine empowernde sapphic Lovestory im Hollywood-Blitzlichtgewitter. 📖🌈✨


You Might Also Like

0 Kommentare

Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung (https://grossstadtheldin-liest.blogspot.de/p/haftung-fur-inhalte-als-diensteanbieter.html) und in der Datenschutzerklärung von Google.