Rezension zu »Laute Nächte«
Handlungsüberblick:
Kennis Freundin starb bei einem Autounfall, bevor sie ihren Roadtrip nach Frankreich machen konnten. Auf der Suche nach einem Neuanfang zieht er in eine WG in Wien, in der er sich schnell zuhause fühlt. Er träumt davon, Künstler zu werden und den geplanten Roadtrip für seine verstorbene Freundin nachzuholen. Ob ihm das gelingt?
Mein Leseeindruck:
Zunächst fiel es mir ziemlich schwer, mich in den Protagonisten einzufühlen, einfach, weil es ein heterosexueller Cis-Mann ist und ich lieber und öfter Bücher aus weiblichen oder queeren Perspektiven lese. Dass der Depressive ausgerechnet ein Künstler mit langen Haaren ist, fand ich etwas zu klischeehaft. Es hätte auch mal ein anderer Schlag Mann sein können, um mit den gängigen Vorurteilen aufzuräumen, auch, wenn ich die Welt der Kunst sehr faszinierend finde. Nichtsdestotrotz behandelt das Buch natürlich ein wichtiges Thema und kann möglicherweise Betroffenen helfen, sich weniger allein zu fühlen.
Trotz der doch recht großen Anzahl an Bewohner*innen der WG fiel es mir sehr leicht, die Figuren auseinanderzuhalten, weil sie so unterschiedlich waren. Ich war beeindruckt, wie es Anne Freytag mit nur wenigen Worten gelang, greifbare Figuren zu erschaffen und sie gegeneinander abzugrenzen. Die verschiedenen Zeitebenen wirkten hingegen auf mich manchmal etwas verwirrend.
»Laute Nächte« ist kein klassischer Anne-Freytag-Roman.




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