Rezension zu »The(y) butterfly effect«

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Noch bevor ich in das Wreaders-Stammblogger*innen-Team aufgenommen wurde, haben mich das Cover und der Titel von »The(y) butterfly effect« angesprochen. Umso größer war dann meine Freude, dass ich bei der Blogtour dabei sein durfte. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar! 🫶🏼

Handlungsüberblick:

Die Kunststudentin Nice und die Rebellin M. finden durch ein Missgeschick auf einer Demo zueinander und lernen nach einem Date voller schlagfertiger Dialoge nicht nur einander, sondern auch sich selbst besser kennen. Doch der Alltag hat es ganz schön in sich und außerdem hat M. Angst, sich vor Nice als trans zu outen. 

Mein E-Book-Eindruck:

Der Titel mit dem eingeklammerten y, der auf die Begegnung von M. und Nice anspielt, die so viel bewirkt, ist einfach nur genial. Ich liebe solche Wort-Spielereien mit Klammern. Außerdem gefällt mir, dass Nice, Nices Katze, M. und M.'s Einhorn-Rucksack, der bei ihrer ersten Begegnung eine Rolle spielt, auf dem Cover abgebildet sind. So holt das Cover die wichtigsten Elemente des Buches nach außen. Trotzdem verrät das Cover nicht zu viel, denn dadurch, dass Nice und M. von hinten abgebildet sind, können sich Betrachtende ihre Gesichter selbst ausmalen.

Mein Leseeindruck:

»The(y) butterfly effect« habe ich innerhalb von wenigen Stunden mit dem größten Lesevergnügen ausgelesen. Ich fieberte bei Nice und M. bis zum Ende mit. Die beiden sind Figuren, die ich unheimlich gern in meinem Freundeskreis hätte. Ihre schlagfertigen Dialoge voller Wortwitz brachten mich oft zum Lachen und Schmunzeln. Außerdem inspirierten mich die Geduld und der Mut der beiden. Es tat gut, von einer Beziehung ganz ohne inneres Drama zu lesen. 

Außerdem gefielen mir die Kurzweiligkeit der Szenen in Verbindung mit der politisch-aktivistischen Dimension. Dabei stellt der Roman queere Lebenswelten authentisch dar, indem er wichtige Themen anspricht und auch ihre Schattenseiten zeigt, wie zum Beispiel die queerfeindliche Gewalt. In dieser Hinsicht ist »The(y) butterfly effect« ein Roman, in dem sich Queers wiederfinden können, und der gleichzeitig Menschen, die nicht queer sind, aufklären und bei ihnen hoffentlich Vorurteile abbauen und Akzeptanz für Queerness schaffen kann. Da vieles, das Queerness und die queere Community betrifft, in Dialogen erklärt wird, denke ich, dass der Roman auch für Menschen, die nicht queer sind, zugänglich ist.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Stef Helmel überzeugte mich mit einem klaren Schreibstil, der sich vor allem durch seine wortwitzig-schlagfertigen Dialoge auszeichnete, auf die ich mich das gesamte Buch hindurch freute und gespannt war. 

Der Schreibstil versprüht außerdem durch die Verwendung von Wörtern wie "Oida", "Herst" oder "Mahü" und einigen landestypischen Speisen Österreich-Flair. Mich haben die Worte fasziniert und zu Recherchen motiviert, wodurch ich mehr über Österreichs Kultur und Sprache gelernt habe. 

Bei der Erzählperspektive handelt es sich um eine allwissende Erzählinstanz, die mal mehr aus M.'s, mal mehr aus Nices Perspektive und manchmal sogar aus der Perspektive von Nices Katze erzählt. Auch wenn ich eigentlich lieber Romane mit zwei Ich-Perspektiven lese, gelang es mir, mit beiden Hauptfiguren gleichermaßen mitzufühlen. Besonders gefielen mir die Passagen aus der Sicht der Katze. Sie waren für mich eine super süße überraschende Abwechslung.

Mein Abschlussfazit:

»The(y) butterfly effect« ist ein Roman über queere Lebenswelten, der sich besonders durch seine schlagfertigen Dialoge voller Wortwitz in mein Herz geschrieben hat. 📖🌈




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